10 Jahre KADA

Jenni Steinwandtner zu 10 Jahren KADA

Laufbahnwechsel

Jenni Steinwandtner ist seit 2014 Teil des KADA Teams. Durch ihre vorangegangene Tätigkeit als Personalberaterin in der Privatwirtschaft sowie umfassende Coachings im Rahmen von AMS-Maßnahmen hat sie jede Menge Erfahrung auf dem Gebiet der Berufsberatung vorzuweisen. Schwerpunktmäßig betreut sie bei KADA daher Athletinnen und Athleten, die am Ende der Sportkarriere stehen oder während der aktiven Zeit im Spitzensport mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sind.

„Meine Rolle sehe ich darin, Sportlerinnen und Sportler dahingehend zu begleiten, dass sie die aktuelle Situation annehmen und sich dieser stellen können. Es ist wichtig, sich zu fragen: ‚Wie geht es mir eigentlich damit, arbeitslos zu sein? Welche Bedeutung hat das für meine Karriere? Welche finanziellen Auswirkungen gibt es?‘ Das bringt viel Klarheit und Sicherheit für die nächsten Schritte. Am Karriereende unterstütze ich sie dabei, mental mit dem Spitzensport abzuschließen. Es gilt herauszufinden, welche beruflichen Werte ihnen wichtig sind und was an Interessen und Fähigkeiten da ist – nicht nur an fachlicher Qualifikation, sondern auch an Erfahrungen, Stärken und Kompetenzen. Wenn diese Themen klar sind, folgt Berufsberatung und Unterstützung im Bewerbungsprozess, von der Unterlagenoptimierung bis zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch.“

Jennifer Steinwandtner

Mit Überzeugung zwei Welten vereinen

An ihrer Arbeit als Laufbahnberaterin faszinieren Jenni die widerstandsfähigen Persönlichkeiten der Sportlerinnen und Sportler, die sie betreut, und auch das einzigartige Umfeld, in dem sie sich bewegen: „Mich begeistert, wie sie ihre Leidenschaft leben. Sie müssen ständig Höchstleistungen bringen und werden daran gemessen. Es braucht aber weit mehr als nur die körperliche Verfassung, um langfristig erfolgreich zu sein. Veränderungen im Training, bei der Ernährung, im mentalen Bereich oder im persönlichen Umfeld können sich schnell auf die Leistung auswirken.“

Aus ihrer Sicht kann gerade die Verfolgung einer Dualen Karriere eine große persönliche Bereicherung sein: „Wenn ich mich außerhalb des Sports mit etwas anderem beschäftige – sei es eine Ausbildung oder ein Nebenjob – so bringt das einerseits Stabilität ins Leben und erweitert andererseits auch das Umfeld und somit die Sichtweise. Viele Sportlerinnen und Sportler schätzen es sehr, sich zum Beispiel durch ein Studium an der Uni mit Menschen außerhalb des Sports austauschen zu können.“

Wer neben dem Sport einer Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit nachgehen möchte, für den führt an Überzeugung und Wille kein Weg vorbei: „Das beobachte ich sehr oft. Wenn nur der Kopf etwas will, das Herz jedoch nicht dabei ist, wird es nicht funktionieren.“ 

Von einer Karriere in die nächste

Jenni hat schon viele Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Weg begleitet. An eine Geschichte erinnert sie sich besonders gerne zurück. Sie könnte stellvertretend für viele Karriereübergänge stehen, die sie über die Jahre unterstützt hat: „Ein verletzungsgeplagter Profifußballer, der sich bis dahin immer wieder zurückgekämpft hat, ist zu mir in Betreuung gekommen. Er war schon im fortgeschrittenen Fußballeralter. Der psychische und finanzielle Druck war hoch. Vom Kopf her wollte er eine Arbeit finden, vom Herzen her es nochmal probieren. Trotz guter Ausbildung und ansprechender Unterlagen hat er immer nur Absagen bekommen. Erst als er im Coaching-Prozess sein Karriereende angenommen hat, fand er nicht nur einen sehr guten Job, der ihm viel Freude bereitet, sondern er konnte auch dankbar und ohne Wehmut auf die schöne Zeit im Spitzensport zurückschauen.“

10 Jahre KADA Rückblickserie

Ein Rückblick auf das Jahr 2016

2016 gab es einen besonderen Meilenstein zu feiern: Seit bereits zehn Jahren arbeitete KADA mit dem Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) zusammen. Die bewährte Partnerschaft begann also schon bevor der Verein KADA in seiner jetzigen Form gegründet wurde, nämlich bei einem Vorprojekt im Jahr 2006. Bis heute ist das AMS neben dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) KADAs zweiter großer Fördergeber.

Für unsere KADAthletes bedeutet das umfangreiche Unterstützung bei der Berufsorientierung und im Bewerbungsprozess. Im Zusammenspiel mit dem AMS vermittelt KADA Arbeitsstellen, Praktika und Ausbildungsplätze. Beim Umstieg ins Berufsleben stehen unsere Laufbahnberaterinnen und -berater mit Rat und Tat zur Seite.

Von Neuerungen und internationalen Bildungsprojekten

KADA zeichnet aber nicht nur Beständigkeit aus, sondern auch die Bereitschaft, sich immer wieder weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen anzupacken. Beispielsweise kam 2016 nach Salzburg und Wien ein dritter Standort dazu, an dem KADA Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung im Leistungssport (BRP) anbietet. Am Skigymnasium Stams haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Wintersportdisziplinen damit die Möglichkeit, die Lücke zwischen Handels- und Hochschule zu schließen. Das Kurspensum ist neben Training und Wettkämpfen gut zu bewältigen.

Zukünftige Unternehmerinnen und Unternehmer im AtLETyC-Kurs

Ein großes Unterfangen war 2016 das Erasmus+ Projekt AtLETyC. Im Zusammenschluss mit sechs Ländern war KADA federführend daran beteiligt, ein Kurzausbildungsprogramm zur Unternehmensgründung für europäische Athletinnen und Athleten zu entwickeln. Das Ergebnis war ein spitzensportkompatibler Mix aus nationalen Präsenz- und internationalen Onlinemodulen. In Österreich fanden die Lehrgänge an der FH Joanneum statt. Mit Projektende 2018 hatten 127 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, davon 23 aus Österreich, die Ausbildung abgeschlossen.

Wenig überraschend platzten angesichts der wachsenden Projekte die damaligen Büroräumlichkeiten in der Red Bull Arena in Salzburg aus allen Nähten. Im Oktober übersiedelte das KADA Team in das neue Head Office in der Alpenstraße 54/7b. Zentral gelegen empfangen wir hier unsere KADAthletes für Beratungsgespräche. Zudem bietet der Sitzungsraum Platz für die Salzburger BRP-Kurse.

Und noch eine wichtige Veränderung wurde 2016 vorgenommen: Nach einer Statutenänderung lautet der neue Name „Verein KADA“. Denn das ursprüngliche Kürzel „KA:DA – Karriere Danach“ wurde längst nicht mehr dem ganzheitlichen Angebot aus persönlicher Beratung, Bildungsprogrammen und Berufsorientierung gerecht, das KADA Athletinnen und Athleten während ihrer gesamten Sportlaufbahn zur Unterstützung bietet.

Bernhard Strauß zu 10 Jahren KADA

Im Doppel mit Spitzensport und Bildung

Seit 2015 ist Bernhard Strauß Teil des Teams im KADA Head Office. Im Büro unterstützt er die Geschäftsführung und Administration einige Stunden in der Woche bei der Förderabwicklung – mit seinen berühmt-berüchtigten Riesendateien, die wesentlich dabei helfen, die Übersicht über alle Vorgänge zu bewahren. Den ersten Berührungspunkt mit KADA hatte der hauptberufliche Bauingenieur nach dem Ende seiner eigenen sportlichen Laufbahn.

In seiner Karriere als Beachvolleyballer war Berni auf der FIVB World Tour unterwegs, holte einen Staatsmeistertitel und nahm 2005 an der WM in Berlin teil. Neben dem Spitzensport kam die Planung für das spätere Berufsleben aber nicht zu kurz: „Ich habe mich damals für ein Online-Fernstudium entschieden, das ich gut mit dem Sport in Einklang bringen konnte. Ich war froh, dadurch einen Ausgleich zum Beachvolleyball zu haben.“

Berufseinstieg mit KADA an der Seite

Beim Übergang ins Berufsleben konnte KADA den Salzburger entscheidend unterstützen: „Nach meiner Karriere war die große Herausforderung die, dass mein Sport mit der beruflichen Ausbildung absolut nichts gemein hatte. Daher befand sich in meinem Lebenslauf eine große ‚Lücke‘. KADA hat mich mit Firmen zusammengebracht, die meine sportliche Zeit nicht als Lücke empfanden, sondern als Kapital. Zudem war meine Laufbahnberaterin von KADA zu dieser Zeit die Einzige, die die Herausforderungen in meiner Situation wirklich verstanden hat.“

Aus seiner Zeit im Spitzensport konnte sich Berni zwei bewährte Eigenschaften im Besonderen für den Berufsalltag mitnehmen: Zielstrebigkeit und die nötige Ausdauer, seine Ziele auch konsequent zu verfolgen. Heute ist unser ehemaliger KADAthlete nicht nur in der Freizeit sportlich unterwegs; auch durch seine Tätigkeit bei KADA bleibt er dem Sport verbunden: „Für mich ist die Zeit, die ich im KADA Office verbringe, immer sehr erfrischend, weil ich meine Kolleginnen und Kollegen sehr schätze und zumindest einmal pro Woche in die Welt des Sports eintauchen kann.“

10 Jahre KADA Rückblickserie

Ein Rückblick auf das Jahr 2015

Halbzeit in unserer Rückblickserie! Seit 2010 setzt sich KADA für eine nachhaltige Kombination von Spitzensport mit Bildung und Beruf ein. Über die Jahre haben viele Projekte und Initiativen richtig Fahrt aufgenommen.

2015 konnte KADA den ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur bestandenen Berufsreifeprüfung im Leistungssport gratulieren. Mit viel Fleiß hatte die Gruppe aus verschiedenen Sportarten zuvor die Vorbereitungskurse für Deutsch, Mathematik, Englisch und den Fachbereich Sportmanagement besucht. Der Lohn für diese Mühen kann sich sehen lassen: Unsere Absolventinnen und Absolventen haben eine vollwertige Matura in der Tasche, die zum Studium an österreichischen Hochschulen berechtigt.

Die ersten BRP-Absolventinnen und Absolventen

Und das ist auch schon das Stichwort für unser spitzensportfreundliches Studienförderprogramm SLS. Ob Studienorientierung, Semesterplanung oder organisatorische Unterstützung – so steht KADA seit 2011 studierenden Sportlerinnen und Sportlern mit Rat und Tat zur Seite. Dafür wird eng mit österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und Fernstudienzentren zusammengearbeitet. 2015 konnte KADA das erste Sportstipendium in den USA vermitteln. Mittlerweile war zudem das Angebot an Studiengängen mit flexibleren Organisationsformen angestiegen, was interessierten Sportlerinnen und Sportlern viele neue Möglichkeiten eröffnete.

Ein besonderer Fokus lag 2015 auf Trainerinnen und Trainern. Denn für die Verbindung von Ausbildung und Spitzensport braucht es Unterstützung aus dem unmittelbaren Umfeld. Trainer- und Betreuerstäbe machen einen wichtigen Teil davon aus. Als Leistungsentwickler und Vertrauenspersonen ist es wichtig, bei ihnen ein Bewusstsein für die Bedürfnisse von Sportlerinnen und Sportlern in Bezug auf Duale Karriere zu schaffen. Schließlich ist es nicht das Ziel, Athletinnen und Athleten vom Spitzensport wegzubringen, sondern die sportliche und persönliche Entwicklung gemeinsam zu fördern. Daher entwickelte KADA für Trainerinnen und Trainer Workshops zu diesem Thema.

Nach der Sportkarriere im Beruf durchstarten

Wenn die sportliche Karriere schließlich dem Ende zugeht, bleibt KADA verlässlicher Begleiter beim Übergang ins Berufsleben. Der Ausstieg aus den gewohnten Trainingsroutinen und Tagesstrukturen des Spitzensports kann durchaus herausfordernd sein. Unsere Laufbahnberaterinnen und Laufbahnberater unterstützen diesen Prozess. Sie bieten individuelle Berufsberatung an und unterstützen bei Bewerbungen. Dank vieler Wirtschafskontakte und der Zusammenarbeit mit unserem Fördergeber Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) gibt es gezielte Unterstützung bei der Suche nach Praktika, Arbeits- und Ausbildungsstellen.

Wichtig ist, sich frühzeitig Gedanken über berufliche Optionen nach der aktiven Karriere zu machen. Das Team der KADA Laufbahnberatung steht für alle Fragen rund um Aus- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung, die sich mit Spitzensport vereinbaren lassen.

10 Jahre KADA Rückblickserie

Ein Rückblick auf das Jahr 2014

Auch 2014 war wieder ein arbeitsreiches Jahr für KADA. International hielt uns das EU-Projekt TWIN auf Trab. Dabei schlossen sich Österreich – in Vertretung durch KADA –, die Niederlande, Großbritannien, Irland, Frankreich, Schweden und Finnland zusammen, um ein Netzwerk für Informations- und Erfahrungsaustausch über die Ermöglichung von Dualen Karrieren im Spitzensport zu schaffen. Währenddessen entstand in Österreich eine wegweisende Unterstützungsinitiative.

Neue Perspektiven für vereinslose Fußballspieler

Für viele ist es die schönste Nebensache der Welt, für manche verwirklicht sich sogar der Traum, Fußball zum Beruf zu machen. Der schnelllebige Profifußball ist durchzogen von vielen Höhen und immer wieder auch Tiefen, die es zu bewältigen gilt. Dabei kann sich die persönliche Situation rasch ändern, wenn durch Vereinslosigkeit die Grundlage für den Lebensunterhalt wegfällt.

2014 schlossen sich die Vereinigung der Fußballer (VdF), das österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) und KADA zusammen und riefen das VdF-Camp für arbeitslose Fußballer ins Leben. Unter der sportlichen Leitung von Paul Gludovatz fanden sich im Sommer 23 Spieler zum ersten Camp im VIVA Landessportzentrum Steinbrunn im Burgenland ein. Neben täglichen Trainingseinheiten standen auch Testspiele auf dem Programm. Somit sollte für die nötige Fitness und Spielpraxis gesorgt sein, um sich für einen neuen Verein zu empfehlen.

Gruppenfoto beim ersten VdF-Camp 2014

Den zweiten großen Schwerpunkt des Trainingslagers bildete die Bildungs- und Berufsberatung durch KADA. In individuellen Gesprächen mit Laufbahnberaterinnen und Laufbahnberatern hatten die Spieler die Möglichkeit, sich bewusst mit der Zeit nach der aktiven Karriere auseinanderzusetzen und einen konkreten beruflichen Zukunftsplan zu erstellen. Neben Potenzialanalysen gab es Informationen zu Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die schon parallel zum Fußball absolviert werden können. Für alle, die einen Ausstieg aus dem Profifußball ins Auge fassten, leistete KADA Entscheidungshilfe bei der Um- oder Neuorientierung und unterstützte bei der Suche nach Arbeitsplätzen oder Praktikumsstellen.

Das erste VdF-Camp stieß auf großen Anklang und so wurde die Kooperation zwischen VdF, AMS und KADA in den folgenden Jahren fortgesetzt. Seit 2018 können die Camp-Teilnehmer zusätzlich zu Training und Laufbahnberatung Weiterbildungskurse in den Bereichen Wirtschaft oder EDV belegen. Diese werden von Bildungspartner Wirtschaftsimpulse angeboten. Bei der inzwischen sechsten Auflage 2019 fanden 56% der Teilnehmer bereits während des Trainingslagers einen neuen Verein. Sechs Monate später waren es schon 85%, die wieder unter Vertrag genommen wurden, sich in Ausbildung befanden oder einen Arbeitsplatz innehatten. Auch wenn die Abhaltung des für 2020 geplanten VdF-Camps Corona-bedingt noch offen ist, freuen wir uns auf eine hoffentlich baldige Fortführung dieser Erfolgsgeschichte.

Beatrix Arlitzer blickt zurück auf 10 Jahre KADA

Sportbegeisterte Lösungsfinderin

Beatrix Arlitzer betreut seit 2013 unsere KADAthletes in der Steiermark. Dabei hätte alles ganz anders kommen können, denn ursprünglich hat sie eine Lehre zur Tischlerin gemacht. Dass ihr Weg sie schlussendlich in die Beratungstätigkeit führen sollte, kam aber nicht von ungefähr: „Bereits in meiner Lehrzeit sind meine Arbeitskollegen mit Problemen zu mir gekommen und so stellte ich früh fest, dass ich eine Gabe habe, zu kommunizieren und Menschen dabei zu unterstützen, lösungsorientiert nach vorne zu schauen und persönliche Fortschritte zu erreichen – sozusagen der Vorreiter des mentalen Coachings.“

Heute ist Beatrix selbstständige Unternehmensberaterin, Mentaltrainerin und Wirtschaftscoach. Mit ihrem Unternehmen Arlitzer Mental beschäftigt sie sich mit Themen wie Leadership, Arbeitsmotivation, Leistungserbringung und Prozessoptimierung, um nur einige zu nennen. Der Kontakt zu KADA kam über ihren damaligen Lehrsupervisor und jetzigen Laufbahnberatungs-Kollegen, Franz Wendler zustande. Damals suchte sie Interviewpartner für ihre Abschlussarbeit über Coaching im Hochleistungssport und wurde bei KADA in doppelter Hinsicht fündig: „Bei den Gesprächen mit Athletinnen und Athleten war ich fasziniert von der positiven Energie und Einstellung, mit der sie an ihren Zielen arbeiten. Schwupps, war das innere Feuer entfacht, mein Bestes zu geben, um sie dabei zu unterstützen.“

Beatrix Arlitzer

Die Rolle als Laufbahnberaterin

In ihrer Freizeit ist Beatrix selbst sportlich aktiv. War sie früher viel mit BMX- oder Rennrad unterwegs, so ist sie heute vorrangig beim Klettern oder Motorradfahren zu finden. Als Laufbahnberaterin betreut die Steirerin Athletinnen und Athleten, die neben dem Spitzensport Bildung oder Beruf nachgehen. Dabei beeindruckt sie der unbändiger Wille, immer das Bestmögliche zu geben und die Bereitschaft, auf Vieles zu verzichten, um Höchstleitungen abrufen zu können.

„Das sind einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten, die später einen Mehrwert am Arbeitsmarkt hergeben. Sportlerinnen und Sportler haben in unterschiedlichen Lebensphasen verschiedenste Herausforderungen zu meistern. Das ist eine permanente Gratwanderung und da ist aus meiner Perspektive der persönliche Austausch und ganzheitliche Betreuung wichtig. Ich persönlich beschreibe mich in meiner Rolle als Laufbahnberaterin öfters als ‚Hintergrundprogramm‘, das bei Notwenigkeit aktiviert wird und auch mal erinnert bei Vereinbarungen oder zu langen Abständen. Einmal aktiviert arbeitet es so lange es hilfreich ist und begibt sich danach wieder in den „Standby“ Modus bis zur nächsten Aktivierung.“

Von neuen Möglichkeiten und Motivationshilfen

In ihrer Zeit bei KADA hat Beatrix viele Weiterentwicklungen beobachtet: „Durch die stetige Erhöhung des Bekanntheitsgrades von KADA kommen Sportler jetzt proaktiver auf KADA zu und nützen diese einzigartige Möglichkeit der Unterstützung. Signifikant verändert hat sich meiner Ansicht auch das Angebot der Online-Studiengänge, wobei hier gute Beratung sehr hilfreich ist, um ‚Schnellschüsse‘ zu vermeiden. Wertvoll ist für mich als Laufbahnberaterin die Möglichkeit, mittlerweile bereits angehende Spitzensportlerinnen und Spitzensportler nach Schulabschluss abholen zu können, um die Thematik der Dualen Karriere fix zu verankern, ohne dass die sportliche Leistung darunter leidet.“

Auch die eine oder andere Anekdote ist Beatrix in Erinnerung geblieben und  bringt sie heute noch zum Schmunzeln: „Am witzigsten finde ich, wenn mich Athletinnen und Athleten darum bitten, ihnen ‚in den Hintern‘ zu treten damit sie beispielsweise für die Berufsreifeprüfung oder Matura lernen und dran bleiben – weil sie wissen, dass alleine lernen nicht ihre Stärke ist.“

10 Jahre KADA Rückblickserie

Ein Rückblick auf das Jahr 2013

2013 begann für KADA mit einem Führungswechsel an der Vereinsspitze. Der bisherige Vizepräsident DDr. Christoph Schmölzer löste Präsidentin Mag. Vera Lischka nach drei Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit ab. Dass die Bemühungen der vergangenen Jahre Früchte trugen, zeigte sich an vielen wachsenden Projekten. Etwa im Rahmen von Studium Leistung Sport (SLS) begleitete KADA immer mehr Athletinnen und Athleten durch Studium und Weiterbildung. Auch die im Vorjahr eingeführte Berufsreifeprüfung im Leistungssport (BRP) wurde sehr gut angenommen. Waren es zu Beginn noch acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer, kamen 2013 vierzehn Neuanmeldungen dazu. Darüber hinaus führte KADA die engen Kooperationen mit (Hoch-)Schulen, Verbänden und Bundesheer fort, um gemeinsam die Vereinbarkeit von Spitzensport, Bildung und Beruf für österreichische Athletinnen und Athleten voranzutreiben.

DDr. Christoph Schmölzer und Mag. Vera Lischka

Frühzeitige Förderung

Es ist ein langer und herausfordernder Weg in den Spitzensport für heimische Nachwuchshoffnungen. KADA verfolgt den Ansatz, aufstrebende Talente schon in jungen Jahren in Sachen Karriereplanung und Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Ziel ist es, dass sich angehende Spitzensportlerinnen und Spitzensportler am Ende der Schulausbildung aktiv mit Bildungs- und Berufsmöglichkeiten parallel zum Spitzensport auseinandersetzen, damit ihnen alle Entfaltungsmöglichkeiten offenstehen. In aufbauenden Workshops an Schulen, Heeressport- und Nachwuchsleistungssportzentren werden sie mit Informationen zu Bildungsprogrammen, Berufsperspektiven und KADAs Betreuungsangebot versorgt. Viele von ihnen begleitet KADA auf ihrem weiteren dualen Karriereweg. Ein großes Anliegen ist es, Eltern, Trainer- und Betreuerstäbe, Vereine und Verbände sowie Politik und Wirtschaft auf die Wichtigkeit der doppelten Laufbahn zu sensibilisieren.

Ein derartiges Förderprojekt wurde 2013 in Zusammenarbeit mit dem Sportland Oberösterreich umgesetzt. An „Sport mit Perspektive in OÖ“ waren auch das Olympiazentrum Oberösterreich, die Fußballakademien Linz und Ried und die Leistungssportschulen BORG und BHAS Linz beteiligt.

Internationale Vorbildwirkung

KADA begleitet Athletinnen und Athleten durch die aktive Laufbahn im Sport und leistet auch danach Unterstützung bei der beruflichen Integration. Das ist der engen Zusammenarbeit mit dem Fördergeber Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) zu verdanken. International stößt dieser recht einzigartige Umstand seit langem vielerorts auf großes Interesse. 2013 empfing KADA neben Vertretern des chinesischen Olympischen Komitees auch das Japan Sport Council und gab Einblicke in das österreichische Konzept zur Förderung der Dualen Karriere. Besonders im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2021 in Tokio wollte sich die japanische Delegation österreichische Erfahrungen und Erkenntnisse für das eigene Fördersystem zunutze machen.

Empfang der japanischen Delegation im KADA Head Office

Im November folgte KADA einer Einladung des brasilianischen Sportministeriums nach Brasilia. Bei der dortigen Dual Career Conference informierte KADA über seine Arbeitsfelder Prävention, Laufbahnberatung und Berufseinstieg und stellte das Studienkonzept Studium Leistung Sport (SLS) vor.

10 Jahre KADA Rückblickserie

Ein Rückblick auf das Jahr 2012

KADA wächst! 2012 waren weiterhin alle Bemühungen darauf ausgerichtet, die persönliche und bedürfnisgerechte Unterstützung von österreichischen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern bundesweit zu ermöglichen. So konnte KADA die bewährte Zusammenarbeit mit Sportfachverbänden und Hochschulen ausweiten und auch das Laufbahnberatungsteam wurde vergrößert. Unter den Laufbahnberaterinnen und Laufbahnberater haben viele selbst einen Hintergrund im Spitzensport und sie bringen geballte Erfahrung aus der Bildungs- und Berufsberatung mit.

Währenddessen gab es auch auf internationaler Ebene ein Highlight: Im Rahmen der Olympischen Jugendwinterspiele in Seefeld beteiligte sich KADA an einem EU-Projekt zur Förderung der Vereinbarkeit von Spitzensport, Bildung und Beruf. KADAs Unterstützungsmodell fand dabei so viel Anklang, dass seitens der Deutschen und Südtiroler Sporthilfe sowie des polnischen Sportministeriums Anfragen folgten, tiefere Einblicke in KADAs Arbeitsweise zu erhalten.

2012 bleibt uns aber speziell aus einem Grund in Erinnerung: es war das Jahr, in dem die Beratungseinrichtung KADA auch zu einem Bildungsanbieter geworden ist.

Die Berufsreifeprüfung im Leistungssport

Lange Schultage mit fixen Stundenplänen auf der einen Seite, intensive Trainings und unverschiebbare Wettkampftermine auf der anderen – das klingt nicht nur schwer koordinierbar, sondern ist es auch. Dabei ist die Reifeprüfung als Hochschulberechtigung der Schlüssel zu vielversprechenden Bildungs- und Berufsperspektiven. 2012 nahm KADA daher das große Projekt in Angriff, ein eigenes Bildungsangebot zu schaffen, das den besonderen Bedürfnissen von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern bestmöglich entgegenkommt.

KADA Geschäftsführerin Roswitha Stadlober mit dem damaligen Direktor Mag. Peter Slanar und dem Lehrpersonal der BHSAK Wien 10

Im Sommer war es dann so weit, der erste Jahrgang startete in die Vorbereitungskurse für die neue Berufsreifeprüfung im Leistungssport (BRP). Dabei wird Flexibilität ganz großgeschrieben. Die Kurse für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und den exklusiven Fachbereich Sportmanagement können in beliebiger Reihenfolge besucht werden. Auch die Ausbildungsdauer ist individuell bestimmbar. Die Lerneinheiten finden teils online und teils als Präsenzunterricht an den Standorten Wien, Salzburg und inzwischen auch Stams statt. Mit Ablegung der vier Teilprüfungen erlangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine vollwertige, in Österreich gesetzlich anerkannte Matura. Die ersten Absolventinnen und Absolventen schlossen die BRP erfolgreich im März 2015 ab. Seitdem ist die BRP ein unverzichtbarer Baustein in KADAs ganzheitlichem Bildungs- und Beratungsangebot.

Weitere Informationen zum Ablauf und  den Zugangsvoraussetzungen gibt es hier.

David Wimleitner blickt zurück auf 10 Jahre KADA

Ein sicherer Rückhalt

2020 feiert KADA seinen zehnten Geburtstag! Aus diesem Anlass wollen wir auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Wort kommen lassen und ihre Geschichten aus zehn Jahren KADA mit euch teilen.

Ob im Profifußball oder im Unterhaus – als Torhüter kann David Wimleitner auf eine lange Karriere mit vielen Stationen zurückschauen. Besonders prägend war seine Zeit in der Bundesliga beim LASK und in der zweiten Liga bei Blau-Weiß Linz, wo er 2013/14 seine Karriere beendete. Es waren intensive Jahre, in denen sich unser heutiger Laufbahnberater aber nicht nur mit Fußball, sondern auch mit Zukunftsfragen beschäftigte:

„Ich wäre damals ein klassischer ‚KADA-Fall‘ gewesen. Ich habe zugunsten meines ersten Profivertrags die Handelsakademie abgebrochen und dann parallel zum Spitzensport die Lehrabschlussprüfung zum Großhandelskaufmann gemacht. Nach meiner ersten Verletzung habe ich entschieden, dass ich gerne Wirtschaft studieren möchte. Ich habe die Studienberechtigungsprüfung abgelegt und anschließend mein Studium begonnen.“

Die Verbindung von Leistungssport und Studium erwies sich für David als sehr lehrreich: „In dieser Zeit habe ich nie den Fokus auf den Spitzensport verloren, sondern ich konnte mich sogar besser auf das Wesentliche im Sport konzentrieren. Für mich war die Beschäftigung mit Themen abseits des Sports sehr wertvoll. Außerdem konnte ich mir ein Netzwerk aus meinen Studienkontakten aufbauen.“

Positionswechsel: Einstieg ins Berufsleben

Als Fußballer zeichneten David seine Zielstrebigkeit und die Fähigkeit aus, in schwierigen Situationen besonnen zu bleiben. Diese Eigenschaften erwiesen sich für ihn auch im Berufsleben als nützlich. David ist Geschäftsführer  der Bildungsplattform Wirtschaftsimpulse und war bis Ende 2019 in verschiedensten Funktionen für den FC Blau-Weiß Linz tätig.

Seit 2011 gibt er seine Erfahrungen aus Sportkarriere, Studienzeit und Berufstätigkeit als Laufbahnberater an unsere KADAthletes in Oberösterreich weiter. Lag der Fokus bei KADA in den ersten Jahren besonders auf der beruflichen Integration am Karriereende, so wird heute schon bei der Ausbildungsunterstützung und Prävention angesetzt. „Diese Weiterentwicklung hat die tägliche Arbeit in der Laufbahnberatung stark verändert und KADA erst zu dem tollen Projekt gemacht, das es jetzt ist“, findet David.

Mag. David Wimleitner

Experte für Sport und Bildung

Als ehemaliger Sportler und Student, Sportfunktionär und Bildungs-Insider hat David einen besonders breiten Blickwinkel auf das Thema (Aus-)Bildung im Spitzensport. In den letzten Jahren hat er viele positive Entwicklungen beobachtet: „Heutzutage gibt es ein viel größeres Angebot an Ausbildungen, die Orts- und Zeitunabhängigkeit gewährleisten. Es gibt quasi kaum mehr Sportlerinnen oder Sportler, für die man keine passende Möglichkeit finden kann. Speziell bei zeit- und ortsunabhängigen Bildungsangeboten ist aber die Eigenmotivation, Eigenverantwortung und das strukturierte Abarbeiten viel entscheidender als bei einem Regelstudium.“

Die Verfolgung einer dualen Karriere aus Spitzensport sowie Bildung oder Beruf empfiehlt David dringend weiter: „Just do it! Die Duale Karriere ist für jede Sportlerin und jeden Sportler machbar, wichtig und bereichernd.“ Ein besonderer Ratschlag von seiner Seite: „Was ich immer an die Sportlerinnen und Sportler weitergebe ist, dass sie unbedingt Netzwerke in Sport und Studium aufbauen bzw. pflegen sollen. Das ist für die Karriere nach dem Sport unbezahlbar.“ Und so freut es ihn besonders, wenn er mit ehemaligen KADAthletes Kontakt hat, die er auf ihrem erfolgreichen Weg ein Stück weit begleiten konnte.

Wolfgang Bittner blickt zurück auf 10 Jahre KADA

Erfahrener Allrounder und Stratege

2020 feiert KADA seinen zehnten Geburtstag! Aus diesem Anlass wollen wir auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Wort kommen lassen und ihre Geschichten aus zehn Jahren KADA mit euch teilen.

Er ist Unternehmer, Bildungs-, Karriere- und Organisationsberater. Klar ist, dass Wolfgang Bittner einen großen Erfahrungsschatz aus seinen vielfältigen Tätigkeitsfeldern mitbringt. Als Laufbahnberater gibt er diesen seit 2011 an österreichische Spitzensportlerinnen und Spitzensportler weiter. Die Zusammenarbeit mit KADA begann damals, als er auf einem eigens veranstalteten Wirtschaftskongress auf Geschäftsführerin Roswitha Stadlober traf. Noch heute erinnert er sich, wie beeindruckt er von ihrem Einsatz für den österreichischen Spitzensport war:

„Von Anbeginn hat mich die brennende Leidenschaft von Roswitha angesteckt! Für eine Perspektive nach dem Sport einzustehen, ist eine gute Sache, aber mit einer solchen Begeisterung Sportlerinnen und Sportler zu unterstützen, hat mich sehr bewegt. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich mit meiner Organisationsberatung nicht das Laufbahnberatungs-Team für Oberösterreich stellen könnte.“

Dr. Wolfgang Bittner

Gesagt, getan. In den folgenden Jahren erlebte Wolfgang mit, wie KADA sich stetig weiterentwickelte und national wie international zusehends an Bekanntheit gewann. Das kommt unseren KADAthletes direkt zugute, wie er festhält: „Oft müssen wir uns nicht mehr vorstellen; man weiß, wofür KADA steht. So kann es schon mal vorkommen, dass wir für unsere Sportlerinnen und Sportler Türen öffnen und Vorstellungstermine, Berufswünsche oder Qualifizierungen leichter ermöglichen können.“

Arbeit im KADA Team

Für Wolfgang zeichnet sich KADA vor allem durch den guten Team Spirit unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus: „Wir haben alle die gleichen Werte und dieselbe Ausgangsbasis. Dennoch können wir je nach Situation unsere unterschiedlichen Fähigkeiten und Stärken einbringen. Genau wie es in einem gut funktionierenden Team sein soll.“

In seiner Tätigkeit als Laufbahnberater bereitet es ihm jedes Mal aufs Neue Freude, individuelle Pläne mit unseren KADAthletes zu erarbeiten: „Die Sportlerinnen und Sportler, die ich betreue, stehen meistens schon am Karriereende. Man kann sie in zwei Gruppen teilen; die einen beschäftigen sich sich von sich aus mit Zukunftsfragen und haben konkretere Vorstellungen, die anderen sind mit solchen Überlegungen eher überfordert. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn als Coach muss man dementsprechend verschiedene Zugänge wählen, um sie bestmöglich zu unterstützen. Bei letzteren geht es oft darum, erst mit der Ära abzuschließen, bevor individuelle Zukunftsvisionen erarbeitet werden können. Aber genau dieses Entwickeln von Szenarien, Strategien und Maßnahmen macht mir großen Spaß.“

Wenn betreute Sportler zu Geschäftspartnern werden…

In zehn Jahren KADA hat Wolfgang viele Geschichten miterlebt. Eine sticht für ihn für ihn besonders heraus: „Eines meiner Lieblingsunternehmen, Ben’s Sports, ist in Zusammenarbeit mit einem damaligen KADAthlete und nunmehrigen Freund entstanden. Als ich ihn damals betreute, war schnell klar, dass er Qualifikationen im wirtschaftlichen Bereich erlangen wollte. Er entschloss sich, den Wirtschaftsführerschein zu machen. Vier Jahre später haben wir gemeinsam ein Sporthandelsgeschäft großgezogen, das auf Randsportarten in Europa wie etwa Baseball oder Football spezialisiert ist.