Berufliche Integration

Michaela Dygruber (Ski Alpin)

KADAthlete Story Michaela Dygruber (Ski Alpin)

Wenn man mit Michaela Dygruber etwas ins Gespräch kommt, werden drei Dinge schnell klar: Erstens prägt sie eine große Leidenschaft für den Skisport. Zweitens zeichnet sie als ehemalige Leistungssportlerin die typische Eigenschaft aus, stets hohe Ziele zu verfolgen. Und drittens ist sie eine umsichtige Planerin, die den Weitblick hat, nicht alles auf eine Karte zu setzen.

KADA war für Michaela ein beständiger Wegbegleiter durch ihre Laufbahn – vom Übergang aus dem Nachwuchssport über ihr Weltcupdebut 2018 bis hin zum Berufseinstieg im vergangenen Herbst. Die Salzburgerin kann auf eine bewegte Zeit im Spitzensport zurückblicken: „Ich erinnere mich sehr gerne an viele besondere Momente in meiner sportlichen Karriere. Speziell Erfolge wie bei österreichischen Meisterschaften, meine ersten Weltcup-Punkte oder meine Siege in FIS-Rennen bedeuten mir viel. Ich muss aber auch sagen, dass ich einiges aus Tiefschlägen gelernt habe. Ich war im Training immer sehr schnell und hatte dann oft hohe Erwartungen in den Rennen. Meistens konnte ich diese nicht ganz erfüllen. Doch ich habe dadurch gelernt, immer wieder aufs Neue aufzustehen und zu kämpfen. Das hat mich im positiven Sinne stark geprägt.“

©GEPA Pictures

Im Slalom zwischen Spitzensport und Bildung

Den ersten Kontakt mit KADA hatte Michaela im Jahr 2015. Zu diesem Zeitpunkt war sie Teil des ÖSV Nachwuchs-Nationalkaders und hatte frisch die Matura abgelegt. Schon damals war es ihr ein wichtiges Anliegen, Leistungssport und Bildung zu verbinden: „Ich wusste schon immer, dass beim Skifahren sehr viel Können, aber auch sehr viel Glück dazu gehört, um es nach ganz vorne zu schaffen. Und da war bei mir oft der Gedanke da: ‚Was ist, wenn du es nicht schaffst?‘ Daher wollte ich mich immer absichern und mich neben dem Skifahren weiterbilden. Es war zwar mit viel zusätzlichem Aufwand verbunden, doch das war es eindeutig wert. Ich bin sehr froh, dass mich KADA hierbei immer so gut unterstützt hat.“

Für die Slalomläuferin stand fest, dass sie gerne studieren wollte. Die Entscheidung fiel zunächst auf das Lehramtstudium Deutsch und Biologie; zwei Fächer, für die sie sich schon in der Schulzeit stark interessiert hatte. Doch das Studium entpuppte sich mehr als Übergangslösung, denn die vielen Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht ließen sich schwer mit ihrem Trainings- und Wettkampfprogramm kombinieren.

Es folgte eine Phase der Umorientierung. Michaelas Interesse verlagerte sich zunehmend in den Wirtschaftsbereich. Das speziell auf Profisportler*innen zugeschnittene Bachelorstudium BWL am Institut für Management (IfM) erwies sich für sie als ideal: „Am IfM hatte ich zwar einige Anwesenheitstage, aber ich konnte einen Großteil der Studienaufgaben von zu Hause aus erledigen. Es war außerdem möglich, mit dem IfM vieles individuell zu vereinbaren. Das war für mich ein großer Vorteil, denn so konnte ich mich zu hundert Prozent auf den Leistungssport konzentrieren und zeitgleich sehr viel Neues und Wissenswertes lernen, das für mich heute sehr nützlich ist.“

Von der Piste in die Berufswelt

Früher als gedacht sollte ihrem Studium eine große Rolle zukommen: Im Sommer 2020 verkündete Michaela nämlich ihren Rücktritt aus dem alpinen Skisport. Nach schweren Verletzungen fehlte ihr die letzte Überzeugung, sich noch einmal an die Spitze zurückkämpfen zu wollen. Ihr inzwischen fortgeschrittenes Studium nahm ihr in gewisser Weise den Druck und erleichterte ihr die Entscheidung: „Ich war enorm froh, mir neben meiner Profisport-Karriere ein zweites Standbein aufgebaut zu haben. Somit konnte ich sofort ins Berufsleben einsteigen. Hätte ich das nicht gehabt, wäre mir die Entscheidung sicherlich noch um einiges schwerer gefallen Und erst nach Beendigung der Karriere ein Studium zu beginnen, wollte ich nie.“

Der Einstieg in die Arbeitswelt wurde ihr just bei ihrem langjährigen Sponsor claro ermöglicht, im Marketing- und Sponsoringbereich. Geschäftsführer Josef Dygruber – es liegt hier übrigens kein Verwandtschaftsverhältnis vor – erzählt, wie die berufliche Zusammenarbeit zustande gekommen ist: „Michaela Dygruber und mich hat schon während ihrer sportlichen Zeit eine gute Partnerschaft und Freundschaft verbunden. Und nachdem wir bei claro Unterstützung im Marketing gesucht haben und Michaela gerade ihr Studium beendet hatte, hat sich die Situation hierfür genau ergeben. Ich bin sehr froh, dass Michaela nun unser Team ergänzt und ihr Wissen bei uns einbringt.“

„Anfangs war es eine große Umstellung, mich im neuen Berufsalltag einzufinden“, reflektiert Michaela. „Mittlerweile fällt es mir schon viel leichter. Mir gefällt der Job sehr gut und ich kann mich dort voll ausleben. Trotzdem merke ich, dass ich den Sport doch sehr brauche. Ich versuche, mich in meiner Freizeit viel zu bewegen, weil mir das den nötigen Ausgleich zum Büroalltag gibt.“

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Gelungener Rollentausch

Als ehemalige Athletin kennt Michaela im Sponsoringbereich jetzt beide Seiten der Medaille: „Für mich persönlich ist es sehr spannend, die Perspektive des Sponsors einzunehmen und Athlet*innen, darunter auch frühere Kolleg*innen, als Außenstehende zu unterstützen. Dabei kann ich meine eigenen Erfahrungen gut miteinfließen lassen.“

Aber es sind nicht nur ihre Erfahrungen, sondern auch ihre spitzensportgeprägten Persönlichkeitszüge, die sie zu einer großen Verstärkung bei claro machen: „Michaela bringt sehr viele tolle Eigenschaften mit, die bei uns in der Firma sehr nützlich sind“, bekräftigt Josef Dygruber. „Sie ist ein Teamplayer und versucht, dass alle am gleichen Strang ziehen. Außerdem bringt sie aus dem Spitzensport viel Ausdauer, Willensstärke und Disziplin mit. Das sind Eigenschaften, von denen man in einer Firma nie genug haben kann. Vor allem ist sie aber auch sehr bodenständig und naturverbunden, beides Werte, die auch bei claro oberste Priorität haben.“

Wir freuen uns sehr, dass Michaela sich so gut in ihrem neuen Lebensabschnitt eingefunden hat und wünschen ihr auf ihrem weiteren Weg alles Gute!

Manuel Kramer (Ski Alpin)

Mit High Speed voraus

Vom Skirennläufer zum Projektmanager für gesamtheitliche Energielösungen im Alpenraum – das ist die bemerkenswerte Geschichte von Manuel Kramer.

Vor wenigen Monaten schloss der Flachauer sein Masterstudium Smart Buildings in Smart Cities mit Schwerpunkt Energieinfrastruktur an der FH Salzburg ab. Seine Masterarbeit über den Einsatz von Wasserstoff zur Stromgewinnung in alpinen Regionen wurde mit dem Wissenschaftspreis der Salzburg AG ausgezeichnet. Auf seine Studienzeit blickt Manuel sehr zufrieden zurück: „Es war die richtige Entscheidung, dass ich dieses Kapitel aufgeschlagen habe. Die Erfahrung zu studieren war eine große Bereicherung für mich. Ich habe im Bachelor ein Auslandssemester an der Auckland University of Technology in Neuseeland verbracht und im Master ein richtig gutes Thema für die Abschlussarbeit gefunden. Die interdisziplinären Projekte und vor allem das wissenschaftliche Arbeiten waren richtungsweisend für meine berufliche Karriere. Es war eine anstrengende Zeit, aber es hat sich absolut ausgezahlt. Jetzt würde ich es genauso wieder machen.“

Inzwischen hat er sich bestens im neuen Berufsalltag beim Pongauer Energiecenter eingelebt: „Wir planen, wie Unternehmen oder ganze Gemeinden ihre Energieversorgung in Zukunft nachhaltig gestalten können, mit erneuerbaren Energien und den dazugehörigen innovativen Speichertechnologien.  Das macht total Spaß und ich komme richtig gut rein.“ Im Leistungssport ist Manuel bis heute aktiv geblieben. Seit 2015 steht der ehemalige ÖSV Abfahrer und Super G-Spezialist im Speed Ski Nationalkader.

Mit der Berufsreifeprüfung zum Hochschulstudium

Aber zurück an den Anfang, denn der Ausgangspunkt für Manuels späteren Werdegang war die Berufsreifeprüfung im Leistungssport (BRP) bei KADA. KADA traf Manuel zum ersten Mal 2012. Damals befand er sich auf dem Sprung in den alpinen Ski Weltcup. Gleichzeitig hatte er im Blick, sich neben dem Spitzensport ein zweites Standbein aufzubauen: „Ich kann mich noch genau an die Besprechung mit Roswitha Stadlober (KADA Geschäftsführerin, Anm.) erinnern, dass die Möglichkeit der BRP besteht. Die habe ich dann wahrgenommen. Ich kann nur Positives wiedergeben, die Kurse waren super aufgebaut. Zwei Fächer im Jahr und das geblockt im Sommer. Es war wirklich toll, was uns da ermöglicht worden ist und wie gut sich die BRP mit dem Training vereinbaren hat lassen.“

Manuel Kramer (3.v.l.) mit Roswitha Stadlober nach dem erfolgreichen BRP-Abschluss 

Zwischen Europacup-Bewerben, Weltcup-Einsätzen und Lerneinheiten war es eine intensive Zeit für den Skirennläufer. 2015 war es aber so weit und Manuel gehörte zu den ersten BRP-Absolvent*innen bei KADA. Was folgte, war ein Disziplinwechsel in doppelter Hinsicht: nach Verletzungen und ausbleibenden Weltcup-Resultaten stieg Manuel ins Speed Ski Team um und startete darüber hinaus sein Bachelorstudium. Um Leistungssport und Studium bestmöglich aufeinander abzustimmen, nahm Manuel an KADAs Förderprogramm Studium Leistung Sport (SLS) teil: „Es war eine richtig gute Unterstützung, das Ganze ist sehr professionell rübergekommen. Mein Laufbahnberater hat Termine mit dem Studiengangsleiter organisiert und so konnten wir Kompensationsarbeiten vereinbaren, wenn sich Kurse und Speed Ski Rennen überschnitten haben. Auf diese Weise war es mir möglich, Sport und Studium zu kombinieren.“

Auf zu neuen Herausforderungen

Mit dieser organisatorischen Unterstützung konnte Manuel sich voll und ganz auf sein Studium konzentrieren. Seinen Abschluss schaffte er mit Auszeichnung. Und wie läuft es sportlich? Im vergangenen Jahr gelang ihm nach einem Kreuzbandriss mit dem 3. Gesamtrang das erfolgreiche Comeback in den Speed Ski Weltcup. In der neuen Saison warten zahlreiche Herausforderungen:

„Unser erstes Weltcup-Rennen in Gavarnie (FRA) musste wegen starken Schneefällen und Lawinengefahr abgesagt werden, also sind wir locker über 3.400km umsonst gereist. Sehr viel Aufwand gibt es auch mit den ganzen Corona-Bestimmungen und Tests. Aber ich muss sagen, das Speed Ski Team leistet Großes, um das Risiko zu minimieren. Jetzt müssen wir schauen, wie es weiter geht. Ob es eine WM gibt oder nicht. Im Endeffekt stehen wir parat und warten eigentlich auf das GO, dass die Rennen veranstaltet werden. Wenn die Bestimmungen eingehalten werden und wir Athleten das so vertreten können, dann blicken wir positiv nach vorne.“

Wie sich die Lage auch entwickelt, wir wünschen Manuel alles Gute für seine weiteren sportlichen und beruflichen Ziele!

KADA Job Market

Freie Stelle bei Sporteo

Sporteo ist eine internationale Full-Service-Sportvermarktungsagentur mit Schwerpunkt Fußball.

Zur Verstärkung des Teams sucht das Unternehmen nach einer/m Sales Mitarbeiter*in (m/w/d) und würde diese Stelle gerne mit einer Person aus dem Sportumfeld besetzen. Dienstorte sind Wien und Schaan in Liechtenstein. Alle weiteren Infos findest du in der Stellenausschreibung. Bei Fragen kannst du dich an Frau Katharina Lenhart wenden.

Erwähne KADA in deinem Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch!

Viel Glück!

KADA Job Market

Nachwuchsleistungssportzentrum Steiermark

Graz

Das Nachwuchsleistungssportzentrum Steiermark sucht eine/n Sportkoordinator*in zur Begleitung junger Nachwuchshoffnungen im Rahmen ihrer schulischen und sportlichen Ausbildung.

Nähere Informationen zum Anforderungsprofil und zu den Aufgaben findest du in der Stellenausschreibung. Bei Fragen wende dich bitte an Herrn MMag. Gabriel Illmeier. Erwähne KADA in deinem Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch!

Viel Glück!

KADA Job Market

Akademieleiter*in für Sport, Gesundheit & Management gesucht

Salzburg

Die „AFSM“ Akademie für Sport, Gesundheit & Management ist DER Bildungsanbieter im Bereich Sport und Gesundheit mit zahlreichen Präsenz- und Fernlehrangeboten.

Ab sofort sucht die „AFSM“ eine(n) Akademieleiter*in mit Führungsqualitäten auf selbstständiger Basis in der Zentrale in Salzburg. Absolvent*innen der Studienrichtung Sportwissenschaft oder Sportmanagement werden bevorzugt. Nähere Informationen zu den Tätigkeiten kannst du gerne bei Herrn Radauer einholen. Bewerbung, Lebenslauf und Foto sind ebenso an ihn zu richten.

Erwähne KADA in deinem Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch!

Viel Glück!

KADA Job Market

Helvetia Versicherungen AG

Vorarlberg, Tirol

Die Helvetia Gruppe steht für individuelle Versicherungs- und Vorsorgelösungen in Schweizer Top-Qualität. Mit Mitarbeiter*innen aus dem Spitzensport wurden bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.

Für seinen Außendienst sucht das Unternehmen aktuell jeweils einen Kundenberater (w/m/d) für den Raum Dornbirn/Rankweil und für Rum/Innsbruck. Nähere Informationen zum Anforderungsprofil und zu den Aufgabenfeldern findest du in den verlinkten Stellenausschreibungen.

Erwähne KADA in deinem Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch!

Viel Glück!

KADA Job Market

Zwei freie Stellen bei BDI-BioLife Science

Die BDI-BioLife Science ist Spezialist für die Entwicklung innovativer Technologien zur Herstellung hochqualitativer Algen-Wertstoffe für die LifeScience-Industrie.

Aktuell sucht das Unternehmen einen Biotechnologen (m/w/d) und einen Produktionsmitarbeiter (m/w/d) für den Standort Hartberg. Nähere Informationen zum Anforderungsprofil und zu den Aufgabenfeldern findest du in den verlinkten Stellenausschreibungen. Bei Fragen wende dich bitte an Frau Mag. Verena Kabas. Erwähne KADA in deinem Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch.

Viel Glück bei deiner Bewerbung!

Alexander Gehbauer (Mountainbike) & Hanno Douschan (Snowboard)

Wenn Freunde Geschäftspartner werden

Alexander Gehbauer und Hanno Douschan verbindet eine langjährige Freundschaft. Der eine war Mountainbiker, der andere Snowboardcrosser. Gemeinsam absolvierten die beiden Kärntner den Grundwehrdienst und waren danach Heeressportler. Durch gemeinsame Trainings und Unternehmungen entdeckten sie ihre geteilte Vorliebe für hochwertige Speisen und Getränke – ein Umstand, der, wie wir sehen werden, für diese KADAthlete Story noch wichtig wird.

Aber fürs Erste zurück zum Sportlichen. Auf ihre Zeit im Spitzensport schauen die beiden ehemaligen Top-Athleten sehr gerne zurück. „Vor allem das Reisen zu den vielen Wettbewerben hat mir sehr getaugt. Die großen Wettkämpfe wie Olympia und Weltmeisterschaften, der Kampf Mann gegen Mann, das war schon eine coole Sache“, meint Ex-Radprofi Alex, der mehrfacher Österreichischer Cross-Country Staatsmeister ist und an den Sommerspielen in London und Rio an den Start ging.

Snowboarder Hanno kann sich dem nur anschließen: „Das war wirklich eine fantastische Welt, in der man sich da bewegt hat. Besonders sind mir die ersten Olympischen Spiele in Sotchi in Erinnerung geblieben. Das Flair, das Ambiente und der ganze Medientrouble, der auf einen hereinbricht – es war schon einzigartig, da dabei zu sein. Oder auch der Vize-WM-Titel 2019 zum Karriereabschluss. Das waren einfach irrsinnig bewegende Momente in der Retrospektive.“

Studium als Ausgleich und neue Zielsetzung

Beide kamen 2017 in KADA Betreuung und entschieden sich jeweils für ein BWL Studium. Mit unterschiedlichen Erfahrungen. Snowboarder Hanno entschloss sich dazu, mit Sport und Studium eine Duale Karriere zu führen: „Es war schon herausfordernd, weil ich im Winter keine Kurse besuchen konnte und auch den ersten Monat des Sommersemesters saisonbedingt immer verpasst habe. Dann musste ich vieles nachlernen. Es war oft anstrengend, aber so konnte ich den Kopf auf etwas anderes lenken. Ich hatte ein gewisses Wechselspiel, was mich da wie dort gepusht hat. Und ehrlich, mehr als vier, fünf Stunden kann man am Tag sowieso nicht trainieren, dann ist man fertig. Es bleibt also Zeit übrig, um sich etwas anderem zu widmen. Das Gute war, dass ich so schon während meiner aktiven Zeit als Sportler den Bachelor abschließen konnte.“

Dagegen hatte Alex seine Karriere zu Studienbeginn schon beendet: „Ich habe mich direkt nach dem Beschluss, mit dem Spitzensport aufzuhören, dem Studium zugewendet. Das war eine super Entscheidung, denn dadurch bin ich nicht in ein Loch gefallen. Stattdessen habe ich gleich eine neue Perspektive gefunden und mich dort voll hineingesteigert.“ Aktuell befinden sich beide in ihrem Masterstudium. Und sind mitten dabei, ihr junges Unternehmen, die Kaffeemarke King’s Coffee, aufzubauen.

Unternehmensgründung in turbulenten Zeiten

Noch zu Jahresbeginn war Hanno bei einer Kaffeefirma in Deutschland tätig: „Alex hat mich dann gefragt, ob er bei uns einsteigen könnte. Aber ich wollte wieder nach Österreich zurückkommen und habe gesagt, ‚Komm Alex, ziehen wir es gemeinsam durch und gründen ein eigenes Unternehmen!‘ Wir haben es gemacht und sind direkt vor Corona zum Notar gegangen. Wir haben ja nicht wissen können, was dann passieren sollte…“

„Es war Freitag, der 13.“, wirft Alex schmunzelnd ein.

„Genau, wenig später hieß es dann, alle zu Hause bleiben, jetzt ist Quarantäne“, erinnert sich Hanno. „Wir mussten viele Konzepte über den Haufen werfen und uns neue Ideen überlegen. Jetzt haben wir für King’s Coffee unseren eigenen Webshop eröffnet. Dort bieten wir hochqualitativen Kaffee an – handgeröstet, aus Italien und mit fairer Bezahlung für die Bauern. Einfach weg von den 0815 Produkten der Riesenkonzerne. Dahinter können wir wirklich stehen. Zusätzlich zum Webshop beleifern wir auf Anfrage direkt Unternehmen mit unseren Kaffeekreationen. Alles in allem versuchen wir uns nun in der harten Welt der Selbstständigkeit zu etablieren.“

Der Umstieg ins Berufsleben

Wie man nach der Sportkarriere mit der Umstellung auf den beruflichen Alltag zurechtkommt, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. „Je länger man im Spitzensport dabei ist, desto schwieriger ist der Abschied“, glaubt Hanno. „Du wirst immer älter und die Integration ins ‚normale‘ Leben wird nicht leichter. Alle, die mit dreißig einen gewöhnlichen Weg gemacht haben, sind im Berufsleben schon viel weiter und erfahrener. Als Sportler habe ich Erfahrungen in anderen Bereichen gemacht, aber die fühlen sich erstmal wertlos an. Sport ist ein bisschen wie Disneyland; alles funktioniert, alles glänzt, alles ist schön. Dann kommt die Ernüchterung: Das ist jetzt Real Life. Der Übergang war echt hart. Ich glaube, das wird in der Gesellschaft etwas totgeschwiegen. Ich habe ein, zwei Jahre sehr gekämpft und mich immer wieder gefragt: Was tue ich eigentlich? Inzwischen geht es mir aber sehr gut. Alex und ich pushen uns im Büro gegenseitig. Da kommt wieder ein bisschen dieser sportliche Ehrgeiz hoch. Ich bin sicher, wenn wir jetzt dranbleiben, dann werden wir eine super Zeit haben.“

Bei Alex verlief der Übergang durch das Studium zwischen Sportkarriere und Berufseinstieg hingegen gestaffelter: „Spitzensport ist hart und das Studentenleben war erst mal eine ruhigere Zeit“, meint Alex. „Ich war nicht mehr so viel unterwegs und konnte mich nach und nach reingewöhnen. Da kommt das Arbeitsleben dem Sport schon näher. Jetzt habe ich lange acht bis achtzehn Uhr Tage. Es gibt viel zu tun, aber es macht Spaß. Schließlich arbeitet man an etwas, das man selbst aufgebaut hat und das erfüllt einen auch.“

Mit Zug an die Spitze

Gerade in dieser schwierigen Übergangsphase konnten sich beide auf Unterstützung durch ihre KADA Laufbahnberaterin verlassen. In den Coachings hatten sie die Möglichkeit, vor wichtigen Entscheidungen Rücksprache zu halten und sich Strategien für die nächsten Schritte zurechtzulegen. Rückblickend ist für die beiden Freunde klar, dass sie sich viel Nützliches aus Spitzensporttagen für das Berufsleben mitnehmen konnten. Alex denkt da an bewährte Sportlertugenden wie Genauigkeit, Verbissenheit oder Zielstrebigkeit und die Offenheit für neue Erfahrungen, die ihn im Arbeitsalltag leiten.

Anders ist für Hanno in der täglichen Arbeit, dass man nicht wie im Sport auf ein übergeordnetes Großereignis hinarbeitet. Dagegen geht es für ihn darum, aus jedem Tag das Beste herauszuholen und kleinere Etappenziele zu erreichen. Aktuell heißt das volle Konzentration auf die Vision, King’s Coffee nachhaltig zu etablieren und mit den Produkten ins Spitzenfeld vorzudringen. Ganz nach der sportlichen Siegermentalität.

Dafür wünschen wir von KADA alles Gute!

Jenni Steinwandtner zu 10 Jahren KADA

Laufbahnwechsel

Jenni Steinwandtner ist seit 2014 Teil des KADA Teams. Durch ihre vorangegangene Tätigkeit als Personalberaterin in der Privatwirtschaft sowie umfassende Coachings im Rahmen von AMS-Maßnahmen hat sie jede Menge Erfahrung auf dem Gebiet der Berufsberatung vorzuweisen. Schwerpunktmäßig betreut sie bei KADA daher Athletinnen und Athleten, die am Ende der Sportkarriere stehen oder während der aktiven Zeit im Spitzensport mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sind.

„Meine Rolle sehe ich darin, Sportlerinnen und Sportler dahingehend zu begleiten, dass sie die aktuelle Situation annehmen und sich dieser stellen können. Es ist wichtig, sich zu fragen: ‚Wie geht es mir eigentlich damit, arbeitslos zu sein? Welche Bedeutung hat das für meine Karriere? Welche finanziellen Auswirkungen gibt es?‘ Das bringt viel Klarheit und Sicherheit für die nächsten Schritte. Am Karriereende unterstütze ich sie dabei, mental mit dem Spitzensport abzuschließen. Es gilt herauszufinden, welche beruflichen Werte ihnen wichtig sind und was an Interessen und Fähigkeiten da ist – nicht nur an fachlicher Qualifikation, sondern auch an Erfahrungen, Stärken und Kompetenzen. Wenn diese Themen klar sind, folgt Berufsberatung und Unterstützung im Bewerbungsprozess, von der Unterlagenoptimierung bis zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch.“

Jennifer Steinwandtner

Mit Überzeugung zwei Welten vereinen

An ihrer Arbeit als Laufbahnberaterin faszinieren Jenni die widerstandsfähigen Persönlichkeiten der Sportlerinnen und Sportler, die sie betreut, und auch das einzigartige Umfeld, in dem sie sich bewegen: „Mich begeistert, wie sie ihre Leidenschaft leben. Sie müssen ständig Höchstleistungen bringen und werden daran gemessen. Es braucht aber weit mehr als nur die körperliche Verfassung, um langfristig erfolgreich zu sein. Veränderungen im Training, bei der Ernährung, im mentalen Bereich oder im persönlichen Umfeld können sich schnell auf die Leistung auswirken.“

Aus ihrer Sicht kann gerade die Verfolgung einer Dualen Karriere eine große persönliche Bereicherung sein: „Wenn ich mich außerhalb des Sports mit etwas anderem beschäftige – sei es eine Ausbildung oder ein Nebenjob – so bringt das einerseits Stabilität ins Leben und erweitert andererseits auch das Umfeld und somit die Sichtweise. Viele Sportlerinnen und Sportler schätzen es sehr, sich zum Beispiel durch ein Studium an der Uni mit Menschen außerhalb des Sports austauschen zu können.“

Wer neben dem Sport einer Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit nachgehen möchte, für den führt an Überzeugung und Wille kein Weg vorbei: „Das beobachte ich sehr oft. Wenn nur der Kopf etwas will, das Herz jedoch nicht dabei ist, wird es nicht funktionieren.“ 

Von einer Karriere in die nächste

Jenni hat schon viele Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Weg begleitet. An eine Geschichte erinnert sie sich besonders gerne zurück. Sie könnte stellvertretend für viele Karriereübergänge stehen, die sie über die Jahre unterstützt hat: „Ein verletzungsgeplagter Profifußballer, der sich bis dahin immer wieder zurückgekämpft hat, ist zu mir in Betreuung gekommen. Er war schon im fortgeschrittenen Fußballeralter. Der psychische und finanzielle Druck war hoch. Vom Kopf her wollte er eine Arbeit finden, vom Herzen her es nochmal probieren. Trotz guter Ausbildung und ansprechender Unterlagen hat er immer nur Absagen bekommen. Erst als er im Coaching-Prozess sein Karriereende angenommen hat, fand er nicht nur einen sehr guten Job, der ihm viel Freude bereitet, sondern er konnte auch dankbar und ohne Wehmut auf die schöne Zeit im Spitzensport zurückschauen.“