Berufliche Integration

Jenni Steinwandtner zu 10 Jahren KADA

Laufbahnwechsel

Jenni Steinwandtner ist seit 2014 Teil des KADA Teams. Durch ihre vorangegangene Tätigkeit als Personalberaterin in der Privatwirtschaft sowie umfassende Coachings im Rahmen von AMS-Maßnahmen hat sie jede Menge Erfahrung auf dem Gebiet der Berufsberatung vorzuweisen. Schwerpunktmäßig betreut sie bei KADA daher Athletinnen und Athleten, die am Ende der Sportkarriere stehen oder während der aktiven Zeit im Spitzensport mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sind.

„Meine Rolle sehe ich darin, Sportlerinnen und Sportler dahingehend zu begleiten, dass sie die aktuelle Situation annehmen und sich dieser stellen können. Es ist wichtig, sich zu fragen: ‚Wie geht es mir eigentlich damit, arbeitslos zu sein? Welche Bedeutung hat das für meine Karriere? Welche finanziellen Auswirkungen gibt es?‘ Das bringt viel Klarheit und Sicherheit für die nächsten Schritte. Am Karriereende unterstütze ich sie dabei, mental mit dem Spitzensport abzuschließen. Es gilt herauszufinden, welche beruflichen Werte ihnen wichtig sind und was an Interessen und Fähigkeiten da ist – nicht nur an fachlicher Qualifikation, sondern auch an Erfahrungen, Stärken und Kompetenzen. Wenn diese Themen klar sind, folgt Berufsberatung und Unterstützung im Bewerbungsprozess, von der Unterlagenoptimierung bis zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch.“

Jennifer Steinwandtner

Mit Überzeugung zwei Welten vereinen

An ihrer Arbeit als Laufbahnberaterin faszinieren Jenni die widerstandsfähigen Persönlichkeiten der Sportlerinnen und Sportler, die sie betreut, und auch das einzigartige Umfeld, in dem sie sich bewegen: „Mich begeistert, wie sie ihre Leidenschaft leben. Sie müssen ständig Höchstleistungen bringen und werden daran gemessen. Es braucht aber weit mehr als nur die körperliche Verfassung, um langfristig erfolgreich zu sein. Veränderungen im Training, bei der Ernährung, im mentalen Bereich oder im persönlichen Umfeld können sich schnell auf die Leistung auswirken.“

Aus ihrer Sicht kann gerade die Verfolgung einer Dualen Karriere eine große persönliche Bereicherung sein: „Wenn ich mich außerhalb des Sports mit etwas anderem beschäftige – sei es eine Ausbildung oder ein Nebenjob – so bringt das einerseits Stabilität ins Leben und erweitert andererseits auch das Umfeld und somit die Sichtweise. Viele Sportlerinnen und Sportler schätzen es sehr, sich zum Beispiel durch ein Studium an der Uni mit Menschen außerhalb des Sports austauschen zu können.“

Wer neben dem Sport einer Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit nachgehen möchte, für den führt an Überzeugung und Wille kein Weg vorbei: „Das beobachte ich sehr oft. Wenn nur der Kopf etwas will, das Herz jedoch nicht dabei ist, wird es nicht funktionieren.“ 

Von einer Karriere in die nächste

Jenni hat schon viele Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Weg begleitet. An eine Geschichte erinnert sie sich besonders gerne zurück. Sie könnte stellvertretend für viele Karriereübergänge stehen, die sie über die Jahre unterstützt hat: „Ein verletzungsgeplagter Profifußballer, der sich bis dahin immer wieder zurückgekämpft hat, ist zu mir in Betreuung gekommen. Er war schon im fortgeschrittenen Fußballeralter. Der psychische und finanzielle Druck war hoch. Vom Kopf her wollte er eine Arbeit finden, vom Herzen her es nochmal probieren. Trotz guter Ausbildung und ansprechender Unterlagen hat er immer nur Absagen bekommen. Erst als er im Coaching-Prozess sein Karriereende angenommen hat, fand er nicht nur einen sehr guten Job, der ihm viel Freude bereitet, sondern er konnte auch dankbar und ohne Wehmut auf die schöne Zeit im Spitzensport zurückschauen.“

Arvid Auner (Snowboard)

Zwischen zwei Leidenschaften

Die Vorbereitung für die nächste Wintersaison gestaltet sich für Arvid Auner dieses Jahr  außergewöhnlich. Lange Zeit war kein Individualtraining möglich, von Gruppentrainings ganz zu schweigen. Für den Snowboarder, der auf Unterstützung des Österreichischen Bundesheers zählen kann, ist die Vorfreude auf die ersten Rennen jetzt schon groß. Im letzten Jahr holte er mit dem vierten Platz in Moskau sein bislang bestes Weltcup-Resultat. Am dritten Rang schlitterte er denkbar knapp vorbei: „Um zwei Hundertstel nicht am Podium zu stehen ist im Nachhinein sehr bitter. Aber in diesem Moment war mir alles egal. Dieses Ergebnis hat mir so viel Aufwind gegeben, dass ich die WM-Qualifikation für Park City geschafft habe.“ Bei seinem ersten Großereignis erreichte er im Parallelslalom den beachtlichen achten Rang.

Neben dem Wintersport zeichnet Arvid Auner eine ausgeprägte Begeisterung für Film- und Videoproduktion aus: „Es ist eine sehr große Leidenschaft, wenn nicht gleich groß wie das Snowboarden. Während ich beim Sport den Fokus voll auf der Leistung habe, kann ich hier viel herumprobieren, bis ich zu einem Top-Ergebnis komme. Ich sehe beides etwas im konkurrierenden Wettkampf. Wenn ich das Snowboard unter den Füßen habe, dann sage ich, okay, jetzt wird gesnowboardet. Aber wenn ich die Kamera in der Hand habe, dann gehe ich dort voll auf und versuche mein Bestes zu geben.“

Parallelen in Sport und Selbstständigkeit

2018 gründete er sein eigenes Filmproduktionsbusiness, Arvideo Media. Als Selbstständiger genießt er einerseits viele Freiheiten, andererseits ist die Unternehmensführung für ihn auch mit reichlich Herausforderungen verbunden. In vielen Bereichen, wie etwa Steuern oder Finanzen, musste er sich erst entsprechendes Wissen aneignen. Sein Fazit: „Es gibt viele Sachen, an die man im Vorhinein gar nicht denkt. Aber mit der Zeit wird man gescheiter.“ Gerade durch seinen eigenverantwortlichen Zugang aus dem Spitzensport hat er sich in der Selbstständigkeit einigermaßen schnell zurechtgefunden: „Ich habe mir beim Snowboarden immer alles selbst organisiert. Das hilft einem schon, etwas Eigenes aufzubauen.“

Ebenfalls aus dem Sport weiß er: „Es geht alles durchs Netzwerken. Das hört nicht beim Sport auf, sondern geht in der Geschäftswelt eins zu eins so weiter. Wenn du im Sport Kontakte hast, kommst du leichter zu Sponsoren. Und wenn du Kontakte zu Unternehmen hast, dann kommst du leichter zu Aufträgen. Das ist auch nicht schlecht, denn so wirst du persönlich weiterempfohlen und Mundpropaganda ist die beste Werbung. Das ist genau so, wie wenn ein Trainer einem anderen sagt, dass man gut ist.“

Das dritte Standbein

Inzwischen ist das dritte Geschäftsjahr angebrochen und es läuft gut, die Aufträge purzeln hinein. Um sich im Winter bestmöglich auf die Saison konzentrieren zu können, gibt der Heeressportler inzwischen manche Aufgaben an einen Freelancer ab, der ihn in seiner Arbeit unterstützt. Neben Spitzensport und Beruf steht dann auch noch Bildung auf dem Programm: Arvid Auner ist nämlich Jus-Student. Wie schafft man es eigentlich, trotz Trainings, Reisen, Wettkämpfen und beruflichen Verpflichtungen zeitlich an der Uni zurecht zu kommen?

„Eigentlich gar nicht! Ich lebe schon seit ein paar Jahren so, dass ich immer viel mache. Das ist so in meinem Lebensstil verankert und ich möchte es gar nicht anders haben. Was ich schon merke ist, dass ich manchmal die Zeit und Energie für manche Sachen nicht aufbringen kann. Es tut mir weh, wenn ich für meine Familie, Freundin und Freunde keine Zeit habe, weil ich filmen, trainieren, oder lernen muss. Aber auf der anderen Seite tue ich etwas für meine Träume. Sie machen mich zu dem Menschen, der ich bin. Um also auf den Punkt zu kommen: Man schafft es, wenn man alle Sachen in seinem Kopf vereint und sie so systematisch und effizient wie möglich abarbeitet. Ich arbeite z.B. viel mit To-Do-Listen. Es motiviert mich, wenn ich nach und nach Aufgaben abhaken kann.“

Wenn es doch einmal Schwierigkeiten gibt, kann sich der Grazer auf Unterstützung von KADA verlassen: „Einmal konnte ich einen Kurs nicht besuchen, einmal eine Prüfung nicht machen, weil sich Sporttermine verschoben haben. Meine Laufbahnberaterin Beatrix sagt mir in solchen Situationen immer, ‚Bleib ruhig, Arvid, wir schaffen das‘. Ich bin dankbar, dass es solche Unterstützung gibt. Ich kann mich darauf verlassen, dass immer alles versucht wird.“

Kein Mangel an Zukunftsvisionen

Schon jetzt stellen sich positive Effekte der Dualen Karriere ein: „Ich bin nicht einer, der alles auf eine Karte setzt. Durch mein Unternehmen und das Studium fühle ich mich beim Snowboarden viel freier. Wenn ich jetzt keine Erfolge mehr zusammenbringen würde oder den Snowboard-Sport aus irgendeinem Grund an den Haken hängen müsste, dann wüsste ich, dass es in meinem Leben auch andere Sachen gibt, die mich glücklich machen.“

Bis es tatsächlich so weit ist, hat er noch viele sportliche Ziele vor sich. Abschließend machen wir aber noch den Ausblick in die berufliche Zukunft. Wohin wird es Arvid Auner verschlagen?  „Am liebsten möchte ich hundert Jobs haben. Aber natürlich mache ich das Jus-Studium nicht ohne Grund. Ich möchte einmal die Kanzlei von meinem Papa übernehmen. Natürlich soll auch die Filmproduktionsfirma so groß werden, dass ich von ihr leben könnte. Und dann gibt es noch meine hunderttausend anderen Pläne, angefangen von eigenen T-Shirts und Schuhen…“  

Eines ist für unseren KADAthlete aber klar: „Mir stehen viele Möglichkeiten offen und das gibt mir viel Sicherheit.“ Alles Gute für deine vielen Projekte, Arvid! Wir freuen uns, dich auf deinem Weg begleiten zu können.

KADA Job Market

Offene Stelle beim Österreichischen Schwimmverband

Wien

Der Österreichische Schwimmverband sucht eine(n) Generalsekretär*in!

Der Tätigkeitsbereich umfasst die Leitung der Geschäftsstelle, Aufgaben im Veranstaltungsbereich, die administrative und organisatorische Unterstützung des Vorstands sowie die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Sportorganisationen und Förderinstitutionen.

Nähere Informationen zum Anforderungsprofil findest du in der Stellenausschreibung. Erwähne KADA in deiner Bewerbung!
Viel Glück!

LG aus Salzburg,
deine KADAs

Bernhard Strauß zu 10 Jahren KADA

Im Doppel mit Spitzensport und Bildung

Seit 2015 ist Bernhard Strauß Teil des Teams im KADA Head Office. Im Büro unterstützt er die Geschäftsführung und Administration einige Stunden in der Woche bei der Förderabwicklung – mit seinen berühmt-berüchtigten Riesendateien, die wesentlich dabei helfen, die Übersicht über alle Vorgänge zu bewahren. Den ersten Berührungspunkt mit KADA hatte der hauptberufliche Bauingenieur nach dem Ende seiner eigenen sportlichen Laufbahn.

In seiner Karriere als Beachvolleyballer war Berni auf der FIVB World Tour unterwegs, holte einen Staatsmeistertitel und nahm 2005 an der WM in Berlin teil. Neben dem Spitzensport kam die Planung für das spätere Berufsleben aber nicht zu kurz: „Ich habe mich damals für ein Online-Fernstudium entschieden, das ich gut mit dem Sport in Einklang bringen konnte. Ich war froh, dadurch einen Ausgleich zum Beachvolleyball zu haben.“

Berufseinstieg mit KADA an der Seite

Beim Übergang ins Berufsleben konnte KADA den Salzburger entscheidend unterstützen: „Nach meiner Karriere war die große Herausforderung die, dass mein Sport mit der beruflichen Ausbildung absolut nichts gemein hatte. Daher befand sich in meinem Lebenslauf eine große ‚Lücke‘. KADA hat mich mit Firmen zusammengebracht, die meine sportliche Zeit nicht als Lücke empfanden, sondern als Kapital. Zudem war meine Laufbahnberaterin von KADA zu dieser Zeit die Einzige, die die Herausforderungen in meiner Situation wirklich verstanden hat.“

Aus seiner Zeit im Spitzensport konnte sich Berni zwei bewährte Eigenschaften im Besonderen für den Berufsalltag mitnehmen: Zielstrebigkeit und die nötige Ausdauer, seine Ziele auch konsequent zu verfolgen. Heute ist unser ehemaliger KADAthlete nicht nur in der Freizeit sportlich unterwegs; auch durch seine Tätigkeit bei KADA bleibt er dem Sport verbunden: „Für mich ist die Zeit, die ich im KADA Office verbringe, immer sehr erfrischend, weil ich meine Kolleginnen und Kollegen sehr schätze und zumindest einmal pro Woche in die Welt des Sports eintauchen kann.“

KADA Job Market

Lehrlingsstelle bei ORIGINAL+

Salzburg, Steyr

ORIGINAL+ ist ein junger österreichischer Skihersteller. Das Start-Up mit Sitz in der Stadt Salzburg fertigt maßgeschneiderte Ski an, die ideal auf Kundenbedürfnisse abgestimmt sind.

Aktuell bietet ORIGINAL+ am Standort Salzburg eine Lehrstelle zum Skibautechniker (m/w) an. Der Unterricht an der Berufsschule findet geblockt in Steyr statt. Der Lehreinstieg ist jederzeit möglich.

Neben der Stellenausschreibung findest du hier einen Blogeintrag darüber, was dich im Laufe der Lehre erwartet. Bei Fragen wende dich bitte an Herrn Jonathan Frank. Erwähne KADA bei deiner Bewerbung!

Viel Glück!

10 Jahre KADA Rückblickserie

Ein Rückblick auf das Jahr 2015

Halbzeit in unserer Rückblickserie! Seit 2010 setzt sich KADA für eine nachhaltige Kombination von Spitzensport mit Bildung und Beruf ein. Über die Jahre haben viele Projekte und Initiativen richtig Fahrt aufgenommen.

2015 konnte KADA den ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur bestandenen Berufsreifeprüfung im Leistungssport gratulieren. Mit viel Fleiß hatte die Gruppe aus verschiedenen Sportarten zuvor die Vorbereitungskurse für Deutsch, Mathematik, Englisch und den Fachbereich Sportmanagement besucht. Der Lohn für diese Mühen kann sich sehen lassen: Unsere Absolventinnen und Absolventen haben eine vollwertige Matura in der Tasche, die zum Studium an österreichischen Hochschulen berechtigt.

Die ersten BRP-Absolventinnen und Absolventen

Und das ist auch schon das Stichwort für unser spitzensportfreundliches Studienförderprogramm SLS. Ob Studienorientierung, Semesterplanung oder organisatorische Unterstützung – so steht KADA seit 2011 studierenden Sportlerinnen und Sportlern mit Rat und Tat zur Seite. Dafür wird eng mit österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und Fernstudienzentren zusammengearbeitet. 2015 konnte KADA das erste Sportstipendium in den USA vermitteln. Mittlerweile war zudem das Angebot an Studiengängen mit flexibleren Organisationsformen angestiegen, was interessierten Sportlerinnen und Sportlern viele neue Möglichkeiten eröffnete.

Ein besonderer Fokus lag 2015 auf Trainerinnen und Trainern. Denn für die Verbindung von Ausbildung und Spitzensport braucht es Unterstützung aus dem unmittelbaren Umfeld. Trainer- und Betreuerstäbe machen einen wichtigen Teil davon aus. Als Leistungsentwickler und Vertrauenspersonen ist es wichtig, bei ihnen ein Bewusstsein für die Bedürfnisse von Sportlerinnen und Sportlern in Bezug auf Duale Karriere zu schaffen. Schließlich ist es nicht das Ziel, Athletinnen und Athleten vom Spitzensport wegzubringen, sondern die sportliche und persönliche Entwicklung gemeinsam zu fördern. Daher entwickelte KADA für Trainerinnen und Trainer Workshops zu diesem Thema.

Nach der Sportkarriere im Beruf durchstarten

Wenn die sportliche Karriere schließlich dem Ende zugeht, bleibt KADA verlässlicher Begleiter beim Übergang ins Berufsleben. Der Ausstieg aus den gewohnten Trainingsroutinen und Tagesstrukturen des Spitzensports kann durchaus herausfordernd sein. Unsere Laufbahnberaterinnen und Laufbahnberater unterstützen diesen Prozess. Sie bieten individuelle Berufsberatung an und unterstützen bei Bewerbungen. Dank vieler Wirtschafskontakte und der Zusammenarbeit mit unserem Fördergeber Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) gibt es gezielte Unterstützung bei der Suche nach Praktika, Arbeits- und Ausbildungsstellen.

Wichtig ist, sich frühzeitig Gedanken über berufliche Optionen nach der aktiven Karriere zu machen. Das Team der KADA Laufbahnberatung steht für alle Fragen rund um Aus- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung, die sich mit Spitzensport vereinbaren lassen.

Dominik Hölbling (Kickboxen)

Erfinder mit Kampfgeist

Dominik Hölbling hat seine Sportart Kickboxen im Alter von vierzehn Jahren für sich entdeckt. 2010 schaffte er den Sprung ins österreichische Nationalteam. In seiner Disziplin Pointfighting ist er dreizehnfacher Staatsmeister und hat zahlreiche Top-drei-Ergebnisse bei internationalen Bewerben eingefahren. Dass er so weit kommen würde, hätte er nicht gedacht: „Es war eher so, dass ich immer davon geträumt habe und alles dafür gab, meine Ziele zu erreichen. Erst nach einer Vielzahl an Rückschlägen und kleinen Erfolgen hat sich abgezeichnet, dass ich es an die Spitze schaffen könnte.“

Ein absolutes Karrierehighlight war für ihn das Teamfinale der Weltmeisterschaft in Ungarn 2017: „Es war einer der spannendsten Tage meines Lebens. Einige Tage zuvor bin ich in meiner persönlichen Kategorie im Viertelfinale gegen einen Griechen ausgeschieden. Doch im Teambewerb konnte ich mich wieder beweisen. Zuerst setzten wir uns einigermaßen locker gegen Belgien durch. Im Viertelfinale hatten wir ein nervenzerfetzendes Duell mit Deutschland, einem der vier Favoriten-Teams. Wir schafften den Einzug ins Halbfinale, wo ich auf meinen vorigen Gegner aus Griechenland traf, den ich nun besiegen konnte. Im Finale ging es gegen den absoluten Favoriten Ungarn, die auch noch Heimvorteil hatten. In meinem Kampf konnte ich sogar einen kleinen Vorsprung rausholen. Für den Sieg reichte es dann leider nicht. Es war jedoch ein unglaubliches Erlebnis und ich bin stolz auf die Leistung aller Teammitglieder.“

Für den Vize-Weltmeistertitel wurde ihm die Silbermedaille der Republik Österreich verliehen. Seit einigen Jahren gibt der Salzburger seine Erfahrungen auch als Trainer weiter und hält Kurse an der Universität Wien ab. Dazu ist er Teil des Trainerteams von UFC-Kämpfer Aleksandar Rakic.

Vom zögerlichen Studenten zum Forscher und Erfinder

Parallel zu seiner sportlichen Karriere hat Dominik Hölbling auch einen beachtlichen Bildungsweg eingeschlagen. Nach einer Lehre zum Elektriker und Bustechniker legte er die Studienberechtigungsprüfung ab und entschied sich, Sportwissenschaft in Wien zu studieren. Sport und Studium zu kombinieren, das fiel nicht immer einfach: „Anfangs war es sehr schwierig für mich, was aber sicher an meiner damaligen Einstellung lag. Im Grunde habe ich das Studium nur begonnen, um mir die Zeit für den Sport nehmen zu können und meine Karriere voranzutreiben.“

Zu Studienbeginn holte er sich daher Unterstützung von KADA – besonders, um die lästige Bürokratie rund um Freistellungen für Turniere zu bewältigen: „Vor allem am Anfang, wenn man die Lehrveranstaltungsleiterinnen und -leiter noch nicht so gut kennt, hilft es, da den offiziellen Weg zu gehen. Darüber hinaus habe ich von KADA in einigen Detailfragen hilfreiche Tipps erhalten.“

Die Begeisterung für wissenschaftliches Arbeiten packte den Kickboxer erst gegen Ende des Bachelorstudiums, dann aber richtig: „Ich habe die Praxislehrveranstaltungen und meine Forschungstätigkeiten sehr genossen. Bei letzterem wurden mir nämlich viele Freiheiten gelassen, nicht zuletzt, weil ich durch meine Kontakte viele Spitzensportlerinnen und Spitzensportler zu meinen Testungen bringen konnte. Dadurch wurde meine wissenschaftliche Neugier geweckt und es sind ein paar Publikationen entstanden.“

Inzwischen befindet er sich im Doktoratsstudium, das er an der Uni Wien und dem Royal Melbourne Institute of Technology absolviert. Die Erkenntnisse aus seinen Forschungsarbeiten lässt er in sein Start-up ISTec Innovative Sport Technologies einfließen, das er 2015 gegründet hat: „Die ISTec beschäftigt sich vorwiegend mit Forschung und Entwicklung im Sport. Beispielsweise haben wir kürzlich den ersten direkt schlagkraftmessenden Boxhandschuh entwickelt und sind kurz vor dem Marktstart. Andere Projekte umfassen ein von mir erfundenes Sportgerät zur Erweiterung der Beweglichkeit im Hüftbereich, welches ich derzeit im Zuge meiner Dissertation teste, sowie ein E-Learning System für alle Rollen im Kampfsport.“

Dabei greift er auch auf die beruflichen Erfahrungen zurück, die er im Laufe seiner Lehrjahre gemacht hat: „Meine vielseitigen Ausbildungen helfen mir beim Verständnis in vielen Gebieten, die ich nicht beherrsche. Ein Handwerklicher Beruf schärft beispielsweise die Vorstellungskraft für Maschinenbautätigkeiten, oder die technische Ausbildung hilft zu verstehen, was man mit Software alles machen kann, wenngleich ich selber kaum Programmieren kann.“

Über Dreharbeiten und Zukunftsprojekte

Die verschiedenen Stationen in seinem beruflichen Werdegang hat Dominik Hölbling nicht konkret geplant. Stattdessen haben sich die Dinge im Lauf der Zeit so für ihn ergeben, nachdem er immer wieder bereit war, Neues auszuprobieren. 2015 verschlug es ihn sogar in die Kreativbranche, als er zu einer Rolle in Max Hammels Kurzfilm The Dojo kam: „Im Grunde träumt jeder Kampfsportler mal davon, in einem Kampfsportfilm mitzuspielen. Vor einigen Jahren ergab sich für unseren Verein die Gelegenheit, gemeinsam mit der Film Uni einen professionellen Kurzfilm zu drehen. Ich habe eine der drei Hauptrollen gespielt und drei Monate dafür trainiert. Es war zwar richtig viel Arbeit und so ganz anders als echter Kampfsport, aber die Erfahrung war großartig und wir haben sogar ein paar Filmpreise erhalten.“

Gegenwärtig ist er mit seiner Dissertation beschäftigt und arbeitet auf den Marktstart seines Boxhandschuhs hin. Und wie schaut die sportliche Zukunft aus? „Ich bin gerade am Überlegen, ob ich nach Corona noch ein bis zwei Jahre Leistungssport machen oder mich auf meine Trainertätigkeiten fokussieren sollte. In dieser Beziehung bin ich noch eher unentschieden. Dadurch, dass ich bereits 32 bin, spielt es natürlich auch eine Rolle, wie lange Corona uns noch in Atem hält.“

Sein abschließender Rat für die Vereinbarung von Sport, Beruf und Bildung lautet, alle Vorhaben mit Entschlossenheit anzugehen und sich nicht von harter Arbeit, Rückschlägen oder vermeintlich leichter erreichten Erfolgen anderer abschrecken zu lassen: „Wenn man ganz nach oben kommen will, muss man jedes Ziel hoch genug setzen und dann erreicht man es eben oder nicht. Alle, die Großes leisten wollen, scheitern immer wieder einmal. Ansonsten wären ihre Ziele zu niedrig gesetzt. Unabhängig davon muss man es am nächsten Tag gleich wieder probieren, um sich immer weiterentwickeln zu können.“

Sabrina Filzmoser (Judo)

Aus Neugier zu neuen Herausforderungen

Sabrina Filzmoser ist schon lange erfolgreich im Spitzensport unterwegs und hat dabei so einiges erlebt. In der Gewichtsklasse bis 57 kg ist sie zweifache Europameisterin, trägt österreichische Staatsmeistertitel und hat zahlreiche weitere Top-Platzierungen bei Welt- und Europameisterschaften geholt. Die unbändige Begeisterung für ihren Sport ist ihr trotz Rückschlägen nach wie vor zweifelsfrei anzumerken.

Es gab viele wunderbare Momente aber auch viele Tiefschläge und schmerzliche Niederlagen. Die prägendsten, emotionalsten Siege waren immer, wenn ich zuerst ganz tief unten war und mich wieder nach oben gearbeitet habe. Denn dann ist absolut nichts selbstverständlich. Ich versuche aber stets, den Moment zu leben und zu genießen. Das tagtägliche Training, die Herausforderung, der nötige Mut, die ständige Horizonterweiterung und der Drang, sein Potenzial auch wirklich auszuschöpfen… das alles treibt mich ungemein an“.

Umfassende Ausbildungszeit

Noch beeindruckender erscheinen ihre Erfolge, wenn man bedenkt, dass sie sich nicht ausschließlich auf Spitzensport konzentriert. Nach ihrem HTL Abschluss legte sie einen MBA mit Japan-Schwerpunkt ab. Darauf folgte ein Doktoratsstudium in internationalem Management. An ihre Studienzeit erinnert sich die Judoka gerne zurück: „Ich habe die Freiheit genossen das zu tun, was mir Freude bereitet. Es war mir bewusst, dass ich meine Träume verwirklichen kann und darf, auch wenn der Weg durchs Studium oft steinig war.“

Entscheidend war für sie die gute Selbstorganisation: „Es ist mir bereits in der HTL geglückt, recht zeitig frühmorgens aufzustehen, um zu trainieren und den Tag zu nutzen. Genauso habe ich das auch später immer wieder gut hingekriegt. Verletzungen gaben mir oft ein Mehr an Zeit, somit auch die nötige Ruhe, Ablenkung und die Möglichkeit, den Geist zu fordern und zu fördern.“

Von 2013 bis 2018 wurde Sabrina Filzmoser auf ihrem Bildungsweg von KADA begleitet. Durch die Unterstützung fühlte sie sich in ihrer Entscheidung für eine Duale Karriere bestärkt: „Schon in meiner Zeit im Heeressportzentrum gab es immer wieder KADA-Vorträge mit hilfsbereiten, wegweisenden Ansprechpartnern. KADA hat mir die Sicherheit vermittelt, auf dem richtigen Weg zu sein, nämlich neben dem Sport auch die geistige Entwicklung zu fördern.“

Für Sabrina Filzmoser setzte sich die Ausbildungszeit aber auch nach dem Studium fort. Aktuell befindet sie sich in der Ausbildung zur Polizistin, denn: „die Polizei ermöglicht mir, meinen Sport professionell ausüben zu können und fördert meine Zukunftsperspektiven.“ Dazu ist sie Fixed-Wing-Berufspilotin und macht zusätzlich gerade den Helikopterschein.

Unermüdliche Abenteurerin

Und auch damit ist längst noch nicht alles über die Oberösterreicherin gesagt. Als Athletensprecherin vertritt Sabrina Filzmoser den Österreichischen Judoverband in der International Judo Federation (IJF). Darüber hinaus engagiert sie sich mit dem Hilfsprojekt „Judo for Peace“ für Waisenkinder in Nepal und Bhutan. Und auch abseits des Judo sucht sie die sportliche Herausforderung, ob bei der Besteigung von 8.000er Gipfeln oder der bei Teilnahme an anspruchsvollen Mountainbike-Rennen wie dem berüchtigten „Yak Attack“ in Nepal. Zeitlich zurecht kommt sie, indem sie einem einfachen Grundsatz folgt: „Ich lebe im Augenblick. So habe ich immer genau die Zeit für das, was ich gerade mache. Das ist schon schwer genug und ich bin demütig, dass mir das bislang ganz gut gelungen ist.“

Doch woher kommt diese Energie und Entschlossenheit, sich so vielen Dingen gleichzeitig zu widmen? „Träume, die ich verwirklichen will, konkretisieren sich schnell als Ziele. Wenn sie erst als Herausforderungen in meinem Kopf festgebrannt sind, dann bin ich echt stur. Oft sind auch die Neugier und das Abenteuer die Triebfeder.“ Nicht unüberraschend lautet daher ihr Rat an alle, die Spitzensport mit Bildung oder Beruf verbinden möchten: „Setzt euch nicht nur die realistischsten Ziele sondern habt Mut, nach den Sternen zu greifen!“

Sportliche Ziele und Zukunftsvorstellungen

Das nächste sportliche Ziel ist für Sabrina Filzmoser klar, sie peilt ihre bereits vierte Olympiateilnahme an. Die Sommerspiele in Tokio 2021 haben dabei einen besonderen Stellenwert für sie: „Der Judosport kommt aus Japan und ist dort so tief in der japanischen Seele verankert wie bei uns der Skisport. Seit 23 Jahren trainiere ich mindestens zweimal im Jahr für einige Wochen dort. Mich prägt eine überaus tiefe Verbundenheit zu den Menschen, zu Freunden, zur Kultur und der wundervollen, vielfältigen Landschaft.“

Was sie nach ihrer sportlichen Karriere einmal machen möchte, lässt sie sich offen. An Ideen und Vorstellungen mangelt es ihr aber nicht: „Auf jeden Fall möchte ich die Himalaya-Entwicklungsprojekte vorantreiben und dazu den Helikopter-Berufspilotenschein fertigmachen, um das benötigte Equipment für die Projekte irgendwann mal selbst rauffliegen zu können. Gerne würde ich weitere 8000er-Expeditionen machen und neue Länder und Kulturen erkunden. Ich möchte auch weiter in der IJF-Athletenkommission mithelfen und den Athletinnen und Athleten eine Stimme für Gleichberechtigung, Toleranz und gegen Rassismus geben. Auch Im österreichischen Judo-Verband möchte ich die nächste Generation unterstützen und neue Perspektiven und Möglichkeiten für sie schaffen.“

Wofür sie sich auch entscheidet, eines steht fest: ihre vielfältigen Erfahrungen werden sie bestens darauf vorbereiten.

Vielen Dank für das spannende Gespräch!

KADA Job Market

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Hier geht es zur Ausschreibung. Bei Fragen kannst du dich an Frau Sophia Schertler wenden. Erwähne KADA in deinem Bewerbungsschreiben oder Vorstellungsgespräch!

Viel Glück bei deiner Bewerbung!