Österreich

Wohin gehen sie, wenn sie gehen?

Die Antwort auf diese Frage ist: überall hin! Dabei sollte es eigentlich Nahe liegen, dass Spitzensportlerinnen und Spitzensportler nach der Laufbahn im Sportsektor arbeiten. Immerhin verfügen ehemalige Sportlerinnen und Sportler über enormes Know – How in diesem Bereich. So macht sich das allgemeine Vorurteil breit: „die werden Trainer oder ORF-Experten“. Logisch, wo sonst begegnet man Ex-Sportlerinnen und Sportler, als im Fernsehen. Wenig Beachtung findet die Tatsache, dass nicht jeder Trainer oder Experte werden kann oder will.

Berufsbilder so vielfältig wie ein Blumenstrauß

Es wurden 100 von KADA betreute Abgänger aus dem Jahr 2018 untersucht und stieß dabei auf aufregende Ergebnisse. Den größten Teil bilden die 93 Abgänger, die sich mittlerweile erfolgreich in einem Anstellungsverhältnis wiederfinden. Davon konnten 19 ihre sportliche Karriere fortsetzten und bei einem Sportverein anheuern! 7 wagten die Selbstständigkeit.

Eine klare Marschrichtung in eine bestimmte Tätigkeit oder Sektor (laut Spartenübersicht der WKO) gibt es hier nicht, jedoch erscheint die Sportbranche tendenziell beliebt. Dazu zählen zum Beispiel Sportartikelhändler und – Hersteller, Sportvereine oder Fitnessstudios. Dies trifft allerdings auf die Minderheit zu, da sich die Mehrheit quer über den Arbeitsmarkt verstreut.

Der KADA BRP Absolvent und ehemalige Nordische Kombinierer Philipp Beikircher in etwa, ist für eine Personalconsulting Firma tätig.  American Footballspieler Filip Zivkovic arbeitet als Ordinationsgehilfe und die ehemalige Kickboxerin Doris Köhler absolvierte erfolgreich eine Tischlerlehre mit anschließender Anstellung. Ex-Golfer Markus Zechmann verfolgt seine Leidenschaft für den Rasen aufrecht und ist nun Landschaftsgärtner. Selbstständig machte sich Bobfahrer Angel Somov mit seinem Fitnessstudio in Bruck an der Leitha und Ruderin Birgit Pühringer wälzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin Sachbücher an der Universität Linz.

So kunterbunt geht die Liste weiter und KADA freut sich für jede Athletin und Athleten über das Erreichen des nächsten Levels!

Zwischen Erfolg und Zukunft: Duale Karrierewege im Spitzensport

Wie gestalten Athleten ihre Karrierewege? Welche Vorstellungen haben sie vom Leben nach dem Sport? Und wie passt das Konzept der Dualen Karriere überhaupt in die Welt des Spitzensports? Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich Lucia Koch, seit Oktober 2018 Mitarbeiterin im KADA Head Office in Salzburg, im Rahmen ihrer Masterarbeit „Karrierewege im Spitzensport – Zur Integration von Sport und Ausbildung in dualen Karrieren“.

Mit Hilfe der Praxistheorie des französischen Soziologen Pierre Bourdieu rekonstruierte die Oberösterreicherin Karrierewege von Athleten im Hinblick auf den sozialen Kontext des Spitzensports.
Ihre Interviewpartner, allesamt Skispringer auf höchstem sportlichen Niveau, trugen zu einer hochinteressanten Studie bei, die vor allem eines deutlich macht: Der Sport ist die absolute Nummer eins im Leben der Athleten.

Diese Priorisierung über andere Lebensbereiche führt so nicht selten zu einer Vernachlässigung der Vorbereitung auf die nachsportliche Karriere. Dabei ist das „Leben danach“ in den Köpfen der Sportler durchaus präsent. Doch ist der Spitzensport mit seinen Strukturen und Akteuren schon bereit für die Duale Karriere? „Jein“ müsste wohl die Antwort darauf lauten, denn obwohl die Mehrheit der befragten Athleten die positiven Auswirkungen einer Ausbildung auf die sportliche Leistung betonen, wird die Duale Karriere nicht selten als regelrecht bedrohlich für die sportliche Karriere wahrgenommen. Den Sport gegenüber anderen Lebensbereichen zu priorisieren scheint eine Art ungeschriebenes Gesetzt des Spitzensports zu sein. Die harmonische Integration von Sport und Ausbildung wird dadurch nicht gerade erleichtert.

Dem gegenüber steht allerdings eine weitere interessante Erkenntnis: Sollte man doch vermuten, die Entscheidung für eine Ausbildung wird eher aus Vernunft im Hinblick auf das Leben nach dem Sport getroffen, so zeichnet die Autorin in ihrer Studie ein überwiegend anderes Bild. Als Hauptmotiv bei der Entscheidung für eine Duale Karriere lassen sich nämlich eindeutig die positiven Auswirkungen auf die mentale Verfassung und damit die Leistungsfähigkeit der Athleten ausmachen.

Betrachtet man die Duale Karriere aus diesem Blickwinkel, stellt sich die Frage, ob die Aufrechterhaltung des erwarteten Bildes eines hundertprozentig auf die sportliche Karriere fokussierten Athleten eigentlich noch zeitgemäß ist.

Natürlich muss jeder Sportler und jede Sportlerin darauf selbst eine Antwort finden. Allen, die die möglichen Vorzüge einer Ausbildung parallel zur sportlichen Karriere ausprobieren möchten, sind wir im KADA Head Office gerne behilflich.

Foto: © orf.at

Nationales Teammeeting in Salzburg

Teammeeting Salzburg„Mit einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen.“

Wie im Hochleistungssport ist ein starkes Team in jeder Organisation Basis des Erfolgs. Um unsere KADAthleten bestmöglich begleiten zu können, ist dabei das Verständnis ihrer besonderen Lebenswelten vorausgesetzt. Aus diesem Grund formiert sich das Team von KADA zu einem großen Teil aus ehemaligen Athleten. Die in ganz Österreich agierenden Laufbahnberater besitzen vielfältige Berufshintergründe. Dies ermöglicht eine kompetente Begleitung der Sportler auf breiter inhaltlicher Basis.


Wertvolle Perspektiven

Von 25. – 26. September fand in Salzburg das diesjährliche nationale Teammeeting von KADA statt. Konzipiert und geleitet von KADAs beiden steirischen Laufbahnberatern Franz Wendler (Bild) und Beatrix Arlitzer, widmeten wir uns dem eigenen WendlerSelbstverständnis als Laufbahnberater.

Welche gemeinsamen Werte prägen unsere tägliche Arbeit? Aus welcher Perspektive betrachten wir unser Tun? Und wie können Beratung und Coaching eine harmonische Einheit bilden? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt zweier intensiver Arbeitstage, die zur weiteren Qualitätssteigerung von KADA beitragen werden.