Wissenschaft

Zwischen Erfolg und Zukunft: Duale Karrierewege im Spitzensport

Wie gestalten Athleten ihre Karrierewege? Welche Vorstellungen haben sie vom Leben nach dem Sport? Und wie passt das Konzept der Dualen Karriere überhaupt in die Welt des Spitzensports? Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich Lucia Koch, seit Oktober 2018 Mitarbeiterin im KADA Head Office in Salzburg, im Rahmen ihrer Masterarbeit „Karrierewege im Spitzensport – Zur Integration von Sport und Ausbildung in dualen Karrieren“.

Mit Hilfe der Praxistheorie des französischen Soziologen Pierre Bourdieu rekonstruierte die Oberösterreicherin Karrierewege von Athleten im Hinblick auf den sozialen Kontext des Spitzensports.
Ihre Interviewpartner, allesamt Skispringer auf höchstem sportlichen Niveau, trugen zu einer hochinteressanten Studie bei, die vor allem eines deutlich macht: Der Sport ist die absolute Nummer eins im Leben der Athleten.

Diese Priorisierung über andere Lebensbereiche führt so nicht selten zu einer Vernachlässigung der Vorbereitung auf die nachsportliche Karriere. Dabei ist das „Leben danach“ in den Köpfen der Sportler durchaus präsent. Doch ist der Spitzensport mit seinen Strukturen und Akteuren schon bereit für die Duale Karriere? „Jein“ müsste wohl die Antwort darauf lauten, denn obwohl die Mehrheit der befragten Athleten die positiven Auswirkungen einer Ausbildung auf die sportliche Leistung betonen, wird die Duale Karriere nicht selten als regelrecht bedrohlich für die sportliche Karriere wahrgenommen. Den Sport gegenüber anderen Lebensbereichen zu priorisieren scheint eine Art ungeschriebenes Gesetzt des Spitzensports zu sein. Die harmonische Integration von Sport und Ausbildung wird dadurch nicht gerade erleichtert.

Dem gegenüber steht allerdings eine weitere interessante Erkenntnis: Sollte man doch vermuten, die Entscheidung für eine Ausbildung wird eher aus Vernunft im Hinblick auf das Leben nach dem Sport getroffen, so zeichnet die Autorin in ihrer Studie ein überwiegend anderes Bild. Als Hauptmotiv bei der Entscheidung für eine Duale Karriere lassen sich nämlich eindeutig die positiven Auswirkungen auf die mentale Verfassung und damit die Leistungsfähigkeit der Athleten ausmachen.

Betrachtet man die Duale Karriere aus diesem Blickwinkel, stellt sich die Frage, ob die Aufrechterhaltung des erwarteten Bildes eines hundertprozentig auf die sportliche Karriere fokussierten Athleten eigentlich noch zeitgemäß ist.

Natürlich muss jeder Sportler und jede Sportlerin darauf selbst eine Antwort finden. Allen, die die möglichen Vorzüge einer Ausbildung parallel zur sportlichen Karriere ausprobieren möchten, sind wir im KADA Head Office gerne behilflich.

Foto: © orf.at